Darmstadt/Groß-Gerau: "Aus freiem Fuß wurde großer Fuß" / Strafverfahren wegen Serienbetrugs gegen 35-Jährigen/ Schaden von mindestens 80.000,- EUR angerichtet
Das Kommissariat für Betrugsdelikte
der Darmstädter Kriminalpolizei ist einem Serienbetrüger auf die
Schliche gekommen. Aufgrund der Ermittlungen hatte die
Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Darmstadt einen
Durchsuchungsbeschluss für dessen Groß-Gerauer Wohnung erwirkt. Der
35-Jährige Mann wird beschuldigt seit Februar 2010 mehrere Geschäfte
und Privatpersonen um mindestens 80.000,- EUR geprellt zu haben. Bei
der Durchsuchung konnte die Kriminalpolizei Darmstadt unter anderem
noch einen Kugelschreiber und andere Büroutensilien eines Geschäftes
aus Frankfurt sowie auch weitere belastende Unterlagen sicherstellen.
Inzwischen konnten die Beamten zehn Handlungen aufdecken, in denen er
trotz Zahlungsunfähigkeit Verträge einging. So mietete der
Versicherungskaufmann, der sich auf Visitenkarten als
Unternehmensberater vorstellte, unter anderem ein Büro mit Sekretärin
in Darmstadt an. Alleine aus diesem Unternehmen entstanden
vierteljährlich Kosten von annähern 40.000,- EUR. Die Ausstattung des
Büros mit teuren Möbeln auf Rechnung versteht sich fast von selbst.
Da durften natürlich auch die Hifi-Anlage für 10.000,- EUR, das
Wasserbett und andere schön(e und) teure Möbel für die Privatwohnung
nicht fehlen. Geschädigt wurden weitere Firmen aus Darmstadt und der
Region. Um seinen Bargeldbedarf aufzufrischen wurden Kugelschreiber
und Uhren einer Nobelmarke, die angeblich als Präsente für seine
nicht vorhandenen Mitarbeiter dienen sollten, ins Pfandhaus gebracht.
Auch verschiedene Privatpersonen wurden um Bargeldsummen von 100,-
bis 150,- EUR "für den täglichen Bedarf" angebettelt. Der 35-Jährige
war erst im November 2008 nach Verbüßung einer Haftstrafe wegen
Betruges von zweieinhalb Jahren auf freien Fuß gekommen. Die
Restfreiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Während des
Gefängnisaufenthalts leistete der Beschuldigte den Offenbarungseid.
Aus dem "freien Fuß" wurde nun offenbar sehr zeitnah ein "zu großer
Fuß". Möglicherweise ist es nun aber bald wieder umgekehrt.
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