Wiesbaden

   Irrfahrt durch Deutschland,

   Wiesbaden, 3. Polizeirevier 	28.09.10, 14.00 Uhr

   Einen außergewöhnlichen Fall hatte am Dienstagnachmittag ein 
Beamter des 3. Polizeireviers zu bearbeiten. Ein 77-jähriger Mann aus
Luxemburg erschien auf der Polizeiwache und bat den Polizisten, 
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30.09.2010

Pressemitteilung der Wiesbadener Polizei zu einem außergewöhlichen Ermittlungsvorgang


Wiesbaden

Irrfahrt durch Deutschland,

Wiesbaden, 3. Polizeirevier 28.09.10, 14.00 Uhr

Einen außergewöhnlichen Fall hatte am Dienstagnachmittag ein
Beamter des 3. Polizeireviers zu bearbeiten. Ein 77-jähriger Mann aus
Luxemburg erschien auf der Polizeiwache und bat den Polizisten,
seinen Wagen nach Unfallspuren abzusuchen. Seine Ehefrau hätte ihn
von zu Hause angerufen und ihm mitgeteilt, dass er in Singhofen eine
Verkehrsunfallflucht begangen haben soll.

Von der Geschichte einigermaßen verwundert, fing der Beamte an zu
ermitteln. Er staunte nicht schlecht, als der Mann ihm erzählte, dass
er sich seit dem frühen Montagmorgen auf einer Odyssee quer durch
Deutschland befände. Nach den Angaben des 77-Jährigen war er von zu
Hause losgefahren, um in Singhofen ein Zeitschriften-Abo
abzuschließen und das versprochene Werbegeschenk, ein Jagdmesser,
direkt in Empfang zu nehmen.

Nach dem Abschluss des Geschäftes kam es dann auf dem Parkplatz
des Verlages offenbar zu dem Verkehrsunfall, den der ältere Herr
jedoch scheinbar nicht bemerkt hatte. Als der Mann sich nun wieder
auf den Weg nach Hause machte, verlor er wohl die Orientierung und
"irrte" fast 24 Stunden auf Deutschlands Autobahnen umher. Geschlafen
habe er in seinem Fahrzeug, konnte aber nicht mehr angeben wo. Auf
Befragen konnte der Luxemburger auch nicht mehr angeben, wie er nach
Wiesbaden gekommen war.

Wegen des Verdachts der Verkehrsunfallfluch und der Tatsache, dass
sich an dem Fahrzeug tatsächlich leichte Unfallspuren befanden, wurde
auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Koblenz eine Sicherheitsleistung
einbehalten. Natürlich wurde der Mann auch nicht mehr auf die Straße
entlassen, sondern stattdessen sein Fahrzeugschlüssel einbehalten.

Nachdem der Polizist den Sohn und die Ehefrau in Luxemburg


telefonisch erreicht hatte, wurde der 77-Jährige schließlich mitsamt
seinem Fahrzeug auf der Polizeiwache abgeholt. Während der
Ermittlungen betonte der Mann immer wieder, dass er zu keiner Zeit
den Überblick verloren habe...




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