Gemeinsame Pressemitteilung der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt/Main und der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main
Schleuserbande festgenommen
(ots) - Die Bundespolizei hat am 28. September 2010
im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main mit ca. 150
Einsatzkräften vier Haftbefehle gegen mutmaßliche Schleuser
vollstreckt. Den Mitgliedern der Schleuserorganisation wird die
banden- und gewerbsmäßige Einschleusung von Ausländern und
Verleitung zur mißbräuchlichen Stellung von Asylanträgen vorgeworfen.
Insgesamt vierzehn Objekte im Raum Rödermark, Frankfurt/Main,
Maintal, Hanau, Bad Vilbel, Alsbach, Obertshausen, Flomborn,
Sinzheim, Neu-Isenburg und Gießen wurden durchsucht. Im Rahmen der
Durchsuchungsaktionen stellte die Bundespolizei umfangreiches
Beweismaterial in Form schriftlicher Unterlagen sowie Bargeld sicher.
Die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung am Flughafen
Frankfurt/Main und die Staatsanwaltschaft Frankfurt/M ermitteln
bereits seit Mai 2010 gegen die deutsch/iranisch/afghanische
Tätergruppe.
Als Kopf der Schleusergruppierung kommt ein 46-jähriger iranischer
Staatsangehöriger aus Rödermark in Betracht, der sich von seinen
Anhängern als geistiger Führer verehren lässt. Er wurde in seiner
Wohnung festgenommen. Er soll iranische Staatsangehörige
aufgefordert haben, ihr Heimatland zu verlassen und mit der nahezu
sicheren Anerkennung als Asylbewerber geworben haben. Auf die Spur
der Organisation sind die Ermittler durch eine fehlgeschlagene
Schleusung gekommen. Im Rahmen einer grenzpolizeilichen
Einreisekontrolle iranischer Staatsangehöriger wurden Unstimmigkeiten
zwischen den Personen selbst und der Personen auf dem Foto der
vorgelegten Reisedokumente festgestellt.
Im Rahmen weiterer Ermittlungen stellten die Beamten fest, dass
die Bande darauf spezialisiert war, iranischen Staatsangehörigen
deutsche Reiseausweise von Verwandten zu überlassen, die im
Rhein-Main-Gebiet leben. Diese wurden von den Geschleusten für die
unerlaubte Einreise genutzt. Die eingeschleusten Iraner wurden durch
die Tätergruppe für eine folgende missbräuchliche Asylantragstellung
ausgiebig vorbereitet, in dem sogar das Anerkennungsverfahren
nachgestellt wurde. Durch fiktive Fluchtgründe und manipulierte
Reisewege wurde darüber hinaus eine entsprechende Legende für die
Geschleusten geschaffen. Hierfür verlangte die Schleusergruppe von
Erwachsenen 6000 EUR und für Kinder 3000 EUR pro Kind. Die
Beschuldigten wurden festgenommen und werden dem Haftrichter
vorgeführt.
Rückfragen bitte an:
Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt/Main
Nicole Ramrath
Telefon: 069 3400 4010
0173 52 82 283
E-Mail: presse.flughafen.fra(at)polizei.bund.de
http://www.bundespolizei.de
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Datum: 28.09.2010 - 09:40 Uhr
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