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Bochum / Vorsicht! Trickdiebe treiben wieder ihr Unwesen

ID: 265069

(ots) - Zugeschlagen haben zwei Trickdiebe am 27.
September an der Straße "Harenburg" in Bochum-Höntrop. Dort gaben
sich zwei Unbekannte gegen 09.30 Uhr als Mitarbeiter der Stadtwerke
Bochum aus. Sie konnten sogar einen angeblichen Mitarbeiterausweis
vorweisen und verschafften sich so Zutritt zur Wohnung eines
Bochumers (77). Die Männer gaben an, den Wasserdruck überprüfen zu
müssen. Mit einem angeblichen Messgerät haben die Trickbetrüger den
Druck dann auch gemessen und erzählten dem 77-Jährigen, er habe
insgesamt 50 Euro zu viel gezahlt. Diese Summe wollten die Täter
sofort erstatten, hatten aber nur einen 100-Euroschein dabei, den das
gutgläubige Opfer wechseln wollte. Dieser konnte jedoch den
100-Euroschein nicht "klein machen", woraufhin die zwei Kriminellen
ihm zusicherten, die 50 Euro auf sein Konto zu überweisen. Nach
dieser Zusicherung verließen sie die Wohnung. Erst später fiel dem
Geprellten auf, dass 300 Euro aus seinem Brustbeutel fehlten.
Einer der Trickdiebe, vermutlich von arabischer/marokkanischer
Herkunft, ist ca. 30 bis 35 Jahre alt, 180-185 cm groß, 100 kg schwer
und trug eine gelbe Lederjacke sowie eine dunkle Hose. Der zweite
Täter, der dunkle Kleidung trug, ist ca. 175cm groß und 80 kg
schwer.
Das Bochumer Fachkommissariat für Wohnungsdelikte (KK 14) hat die
Ermittlungen aufgenommen und bittet unter der Rufnummer 0234 /
909-4143 um Zeugenhinweise.

Nachfolgend finden Sie ein Infoschreiben Ihrer Polizei mit
Hinweisen und Hintergründen zum Thema Trickdiebstahl in Wohnungen und
erfahren, wie auch Sie sich vor Trickbetrügern schützen können.

Polizeiliche Hinweise und Hintergründe zum Thema Trickdiebstahl in
Wohnungen

Trickdiebstahl in Wohnungen ist nach dem Taschendiebstahl auf der
Straße die vermutlich häufigste Straftat, von der vorrangig ältere




Menschen betroffen sein können. Es ist verstärkt zu beobachten, dass
Tricktäterinnen und Tricktäter vermehrt auch Seniorenwohnhäuser und
-wohnanlagen aufsuchen, da die dortigen Pförtnerdienste in
zunehmendem Maße abgebaut werden.
Dort, aber auch bei anderen Wohnformen täuschen die Täter ihre Opfer,
um sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen und zu stehlen. Alle
bekannten Täter-Arbeitsweisen lassen sich auf drei Grundmuster
zurückführen:
1.das Vortäuschen einer Notlage, die scheinbar eine Hilfeleistung
oder Unterstützung durch das Opfer in der Wohnung erfordert.
2.das Vortäuschen einer offiziellen Funktion, die den Täter
vermeintlich zum Betreten der Wohnung berechtigt
3.das Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer, die eine
Einladung zum Betreten der Wohnung nahe legt.

Opfer der zumeist nichtdeutschen Täterinnen und Täter sind fast
ausschließlich ältere, teils hochbetagte Menschen. Dabei werden in
aller Regel folgende Tricks angewandt:
Der Glas Wasser-Trick: Täterinnen täuschen Schwangerschaft, Übelkeit
oder die Notwendigkeit einer Arzneimitteleinnahme vor und bitten um
ein Glas Wasser.
Der Papier- und Bleistift-Trick: Täter oder Täterinnen wollen für
angeblich nicht angetroffene Nachbarn eine Nachricht hinterlassen.
Dazu fragen sie nach Schreibzeug sowie Papier und drängen auf eine
Schreibunterlage in der Wohnung oder bitten das Opfer, die Nachricht
selbst zu erfassen.
Der Blumen- oder Geschenkabgabe-Trick: Täter oder Täterinnen wollen
für angeblich nicht angetroffene Nachbarn Blumen oder ein Geschenk
abgeben. Dabei drängen sie darauf, die Blumen zu versorgen oder das
Geschenk selbst zu verwahren.
Weitere vorgetäuschte Notlagen verbinden sich mit der Bitte,
- wegen eines Wasserschadens im Haus nach einem Rohrbruch in der
Wohnung suchen zu dürfen.
- auf dem Balkon seinen entflogenen Vogel oder sein entlaufenes
Kätzchen einfangen zu dürfen.
- wegen einer Autopanne, eines Unfalls oder einer Erkrankung das
Telefon benutzen zu dürfen.
- die Toilette benutzen zu dürfen.
- ein Baby wickeln oder füttern zu dürfen.

Im Gegensatz zu ausländischen täuschen deutsche Täterinnen und
Täter eher eine offizielle Funktion oder sonst eine Befugnis zum
Betreten der Wohnung vor. Sie kommen beispielsweise angeblich als
Handwerker, von den Elektrizitäts-, Gas- oder Wasserwerken, von der
Hausverwaltung, von der Kirche, von der Rentenversicherung oder
Krankenkasse, von der Polizei, von der Post oder vom Sozialamt.
Dabei kündigen sie ihren Besuch gelegentlich sogar vorher telefonisch
an, um mögliche Bedenken schon im Voraus zu zerstreuen und ein
Vertrauensverhältnis zum Opfer aufzubauen.

Bitte bedenken Sie: Tricktäter sind erfinderisch und
schauspielerisch begabt. So denken sie sich immer neue "Schachzüge"
aus, die an dieser Stelle nie vollständig aufzuzählen sind.
Für Trickdiebinnen und Trickdiebe, die in Wohnungen aktiv werden,
gibt es nur ein einziges ernsthaftes Hindernis, das sie überwinden
müssen, um zum Erfolg zu kommen: die gesperrte oder geschlossene
Wohnungstür. Daher sollten ältere Menschen zum Schutz vor Trickdieben
folgende Ratschläge unbedingt beherzigen:
- Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung!
- Sehen Sie sich Besucher vor dem Öffnen durch den "Türspion" oder
mit einem Blick aus dem Fenster an und machen Sie von Ihrer
Türsprechanlage Gebrauch.
- Öffnen Sie die Wohnungstür niemals sofort - legen Sie immer
Sperrbügel oder Sicherheitskette an.
- Ziehen Sie telefonisch eine Nachbarin oder einen Nachbarn hinzu,
wenn unbekannte Besucher vor der Tür stehen, oder bestellen Sie die
Besucher zu einem späteren Termin, wenn eine Vertrauensperson
anwesend ist.
- Überlegen Sie bei angeblicher hilfebedürftiger Lage von Fremden an
der Tür (Beispiel: Bitte um Schreibzeug oder um ein Glas Wasser):
Woher sollte der Nachbar die Besucher wirklich kennen? Warum wenden
sich die Besucher im Notfall nicht an eine Apotheke, eine Gaststätte
oder ein Geschäft, sondern an eine (abgelegene) Privatwohnung?
- Machen Sie bei hilfebedürftiger Lage von Fremden an der Tür das
Angebot, selbst nach Hilfe zu telefonieren oder das Gewünschte
(Schreibzeug, Glas Wasser etc.) hinauszureichen und halten Sie dabei
die Tür gesperrt.
- Fordern Sie von Amtspersonen immer den Dienstausweis und prüfen Sie
ihn sorgfältig (nach Druck, Foto und Stempel). Sorgen Sie dazu für
gute Beleuchtung und benutzen Sie, wenn nötig, eine Sehhilfe.
- Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an. Suchen Sie
dazu die Telefonnummer selbst heraus und ziehen Sie telefonisch eine
Nachbarin oder einen Nachbarn hinzu.
- Lassen Sie Handwerker nur dann herein, wenn Sie sie selbst bestellt
haben oder wenn sie von der Hausverwaltung angekündigt worden sind.
- Nehmen Sie nichts für Nachbarn ohne deren Ankündigung oder Auftrag
entgegen.
- Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher notfalls auch
energisch. Sprechen Sie sie laut an und rufen Sie um Hilfe.
- Pflegen Sie Kontakt zu älteren Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern.
Machen Sie ihnen das Angebot, bei fremden Besuchern an der
Wohnungstür zur Sicherheit hinzuzukommen und übergeben Sie für solche
Fälle die eigene Telefonnummer.

Für Fragen und kostenlose Beratungen steht Ihnen das Kommissariat
Kriminalitätsvorbeugung/Opferschutz unter der Rufnummer 0234 /
909-4040 gern zur Verfügung.





Volker Schütte
Polizeipräsidium Bochum
Uhlandstr. 35
44791 Bochum
Tel.: +49 234 909 - 1023
Fax: -1028
volker.schuette(at)polizei.nrw.de


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Datum: 28.09.2010 - 11:32 Uhr
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