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++ Viele Betrugs-Schreiben im Landkreis Rotenburg eingegangen -

Polizei warnt vor Gewinnbrief von Dr. Sch.! (Fotos) ++

ID: 265917

(ots) - Landkreis Rotenburg. Bei zahlreichen Bürgerinnen
und Bürgern im gesamten Landkreis gingen in diesen Tagen Briefe einer
Firma "Dr. Sch.... & Partner - Finanzdienstleistungen" ein. So bei
einer Scheeßeler Geschäftsfrau, die mit einem Gewinn gar nicht
gerechnet hatte. In dem sich seriös gebenden Schreiben wird der
Scheeßelerin versprochen, dass Sie bei einem Gewinnsübergabetermin,
der Ort wurde bewusst noch nicht genannt, 946,72 Euro erhalten soll.
Dazu wird der Frau noch ein nagelneuer Express-Kaffeeautomat in
Aussicht gestellt. Auch in Oerel und Zeven gingen diese Schreiben ein
und Betroffene wandten sich an die Kommissariate.

Der Sprecher der Rotenburger Polizeiinspektion dazu: "An diesem
Schreiben stimmen nur zwei Dinge: das Datum und die Postfachadresse!
". Der Firmenname ist, wie fast immer, frei erfunden, nach dem Motto:
Der Dr. vornan bleibt, der Name ändert sich. So sind im Internet auf
den einschlägigen Warn-Seiten eine ganze Reihe von Namen dieser
Pseudofirmen verzeichnet.

- Gewinnbriefe werden zu tausenden versandt -

Veranstaltungsorte und -zeiten nennen die Betrügerfirmen schon
lange nicht mehr öffentlich, müssen sie doch damit rechnen, dass die
Behörden die zumeist illegalen Veranstaltungen auffliegen lassen. Die
Busse fahren mit für die Teilnehmer unbekanntem Ziel los, in der
Regel ist es irgendwo eine kleine Gaststätte auf dem Land. Die
nächste Polizeidienststelle am besten weit weg. Um einen Bus zu
füllen, versenden die Nepper mehrere tausend Gewinnversprechen, die
sie Millionen kosten würden, müssten sie zahlen. Daher werden die
Schreiben vor Ort gerne schnell eingesammelt, um unangenehmen
Zivilforderungen nach Auszahlungen der Gewinne die Beweise zu
entziehen.

De facto handelt es sich bei diesem Gewinnübergabeterminen um
Verkaufsveranstaltungen. Den Interessenten, zumeist Senioren, sollen




bei diesen Terminen völlig überteuerte Waren oder hochpreisige
Dienstleistungen, wie Handyverträge, angedreht werden. Die
vermeintlichen Geschenke gibt es entweder gar nicht oder sie sind
minderwertig. Zu der teuren Heizdecke für 2000 Euro gibt es dann
schon mal als Geschenk noch einen Billig-Wecker für fünf Euro
obendrauf. Und: Die versprochenen Mahlzeiten entpuppen sich als
eingeschweißte Fertiggerichte, die darüber hinaus noch bezahlt werden
müssen. Die angebotenen Waren werden nicht selten bis zum 50-fachen
Wert des Einkaufspreises verkauft.

- Schon Anmeldung kann Ärger bringen -

Die Polizei rät, sich zu den Veranstaltungen gar nicht erst
anzumelden. Die Anmeldungen werden nämlich als Druckmittel benutzt,
indem bei Nichterscheinen hohe Ausfallkosten gefordert werden. Kommt
es zu solchen Forderungen, sollte man sie bis zum Mahnbescheid
ignorieren. Würden in de Betrüger nämlich Klage erheben wollen,
müssten Sie den Gerichten ihre Forderung und ihr Geschäftsgebaren
detailliert vorlegen. Das hat noch kein betrügerisches Unternehmen
gewagt, ist die Erfahrung der Polizei.

Verkaufsveranstaltungen gelten als Wanderlager und müssen bei den
zuständigen Ordnungsbehörden nach der Gewerbeordnung angemeldet
werden. Das geschieht nur in seltenen Fällen, da bei den
Veranstaltungen zumeist gegen das Gesetz zur Bekämpfung unlauteren
Wettbewerbs verstoßen wird. Bei solchen Tathandlungen haben Betrüger
nun mal Behörden nur ungern dabei. Wer trotzdem teilnimmt, sollte die
nächstgelegene Polizei oder Ordnungsbehörde informieren.

- Polizei rät: Nicht hingehen! -

Besser ist es aber, gar nicht erst hinzugehen. Welcher Spaß ist
schon dabei, stundenlang gewieften und selten unbescholtenen
Trick-Verkäufern zu widerstehen. Da wird schon mal gedroht oder
geschickt mit der Seniorin geflirtet, um einen Vertrag an den Mann
oder die Frau zu bringen. Mitunter, so die Erfahrung der Polizei,
kommt es sogar dazu, dass die Türen des Verkaufsraums solange
verschlossen bleiben, bis genügend Umsatz zusammengekommen ist.
Gewinnen kann dabei also nur einer: das betrügerische Unternehmen.

## Fotos in digitaler Pressemappe: Gehört in den Papierkorb:
Gewinnmitteilung / Ausriss aus der betrügerischen Gewinnmitteilung



Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Rotenburg
Pressestelle
Detlev Kaldinski
Telefon: 04261/947-104
E-Mail: detlev.kaldinski (at) polizei.niedersachsen.de


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Datum: 30.09.2010 - 12:20 Uhr
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