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Kreis RE/Bottrop: Das Polizeipräsidium Recklinghausen veröffentlicht den Kriminalitätsbericht 2011

ID: 588750

(ots) - Das Polizeipräsidium Recklinghausen
veröffentlicht den Kriminalitätsbericht 2011

Die Schlagzeilen:
- Nach deutlichem Rückgang 2010 steigt die Zahl der Straftaten.
- Niveau liegt im Bereich eines 10-Jahresmittelwertes.
- Nach Höchststand 2010 ist die Aufklärungsquote rückläufig.
- Regionale Unterschiede beim Wohnungseinbruch, aber insgesamt
deutlicher Anstieg.
- Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruch steigt deutlich.
- Taschendiebstähle nehmen zu.
- Gewaltdelikte gehen deutlich zurück - niedrigster Stand seit 10
Jahren.
- Erneuter Rückgang der Raubdelikte - niedrigster Stand seit 10
Jahren.
- Nach historischem Tiefststand 2010 steigt die
Straßenkriminalität an.
- Straßenkriminalität auf zweitniedrigstem Stand seit 10 Jahren.
- Kfz-Aufbrüche und Fahrraddiebstähle steigen deutlich.
- Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung angestiegen.

Die Entwicklung im Einzelnen:

Nach deutlichem Rückgang 2010 steigt die Zahl der Straftaten 2011
Niveau liegt im Bereich eines 10-Jahresmittelwertes Nach Höchststand
2010 ist die Zahl der aufgeklärten Delikte 2011 rückläufig

In den letzten zehn Jahren ist bei der Kriminalitätsentwicklung
eine Wellenbewegung erkennbar. Neben dem Tiefststand von 58.857
Delikten im Jahr 2002 gab es den Höchststand von 67.855 erfassten
Straftaten im Jahr 2005. Nach dem deutlichen Rückgang (-6,70%) der
Straftaten von 2009 auf 2010 ist im letzten Jahr ein Anstieg
feststellbar. Für das Jahr 2011 wurden im Zuständigkeitsbereich des
Polizeipräsidiums Recklinghausen 62.978 Straftaten registriert. Die
Gesamtzahl der angezeigten Delikte stieg damit im Vergleich zum
Vorjahr (2010: 60.214) um 4,59%. "Wesentlich zum Anstieg beigetragen
haben etwa 3.560 mehr erfasste Diebstahlsdelikte. Sie machen etwa 50




Prozent der Gesamtstraftaten aus", betonte Polizeipräsidentin Dr.
Katharina Giere bei der Präsentation der Zahlen am Montag (12.03.).
Im Langzeitvergleich liegt die Zahl der Gesamtstraftaten 2011 in
etwa auf dem Niveau eines 10-Jahresmittelwertes (~62.638).

"Nachdem 2010 mit einer Aufklärungsquote von 48,16% ein guter Wert
erzielt werden konnte, sank die Quote 2011 auf 45,34%. Insgesamt
konnten 28.557 (2010: 28.998) Straftaten aufgeklärt werden", ergänzte
der Leiter der Direktion Kriminalität, Ulrich Nisch. Im Rahmen der
Ermittlungen gelang den Polizeibeamten die Identifizierung von 20.965
Tatverdächtigen (2010: 21.126), 5.173 von ihnen waren jünger als 21
Jahre (2010: 5.659).

Zunahme bei den Straftaten gegen das Leben Aufklärungsquote
beträgt 100 Prozent

Die Anzahl der Straftaten gegen das Leben ist von 19 auf 22
gestiegen. In 6 Fällen (2010: 10) ermittelten die Beamten wegen
Mordes, in 9 Fällen (2010: 4) wegen Totschlags. Bei allen 22 Delikten
führten die Ermittlungen zur Aufklärung der Tat (2011: 100% / 2010:
94,74%).

Wohnungseinbrüche steigen deutlich

Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruch steigt deutlich
Taschendiebstähle nehmen zu

Bei den Wohnungseinbrüchen lassen sich sehr unterschiedliche
Entwicklungen feststellen. Während bei der Mehrzahl der Kommunen die
Einbrüche teilweise bis zu 25 Prozent zurück gingen, stieg dagegen in
den anderen Städten die Zahl der Wohnungseinbrüche deutlich an.
Insgesamt wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums
Recklinghausen 2.524 Einbrüche registriert. Das bedeutet gegenüber
2010 (1.982) einen Anstieg von 27,35%.

"Das Polizeipräsidium Recklinghausen hat auf Grund dieser
Entwicklungen bereits im Jahr 2011 umfangreiche Maßnahmen ergriffen,
um dem negativen Trend entgegen zu wirken. So wurde im Oktober die
landesweite Kampagne "Riegel vor! Sicher ist sicherer." umgesetzt.
Auf Grundlage erkennbarer Brennpunkte ist zudem die polizeiliche
Präsenz verstärkt worden. Ein Schwerpunkt lag darüber hinaus in der
Intensivierung der Ermittlungstätigkeit durch die Ermittlungsgruppe
Phoenix", betonte Dr. Giere. "Die Aufklärungsquote beim
Wohnungseinbruch konnte behördenweit nicht nur deutlich verbessert
werden, 20 Prozent bedeuten auch landesweit ein
überdurchschnittliches Ergebnis", ergänzte Ulrich Nisch. Wie wichtig
der Einbruchschutz ist, zeigt der Umstand, dass es in etwa 40 Prozent
der Fälle beim Versuch geblieben ist. Immer mehr Wohnungsinhaber
treffen erfolgreich Vorsorge gegen Einbrecher, indem sie ihre Räume
zusätzlich sichern und es den Tätern damit erheblich erschweren. Die
Polizei bietet allen Interessierten eine kostenlose Beratung zum
Thema Einbruchschutz an.

Die Zahl der Taschendiebstähle ist im letzten Jahr nochmals
deutlich um über 40 Prozent angestiegen. Polizeibeamte ermittelten
2011 in 1.699 Fällen, nachdem es im Jahr 2010 noch 1.209 Anzeigen
gegeben hatte. "Besonders bei Menschenansammlungen im Gedränge haben
die Täter leichtes Spiel. Da sind offene Handtaschen, Geldbörsen in
der Gesäßtasche oder auf dem Rücken getragene Rucksäcke eine
Einladung für die Diebe. Das Polizeipräsidium Recklinghausen hatte
deshalb die Kampagne "Taschendiebe haben LEICHTe Beute im SINN"
gestartet, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen", sagte Ulrich
Nisch.

Gewaltdelikte gehen deutlich zurück - niedrigster Stand seit 10
Jahren Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen sinkt um
über 7%

Im letzten Jahr ist die Gewaltkriminalität mit 6,49% nochmals
deutlich zurück gegangen, nachdem sie bereits 2010 (2.310) um über 6
Prozent gesunken war. Mit 2.160 Gewaltdelikten im Jahre 2011 ist der
niedrigste Stand seit 10 Jahren erreicht worden, fast dreiviertel
aller Straftaten konnten aufgeklärt werden (2011: 72,27% / 2010:
72,81). Einen großen Anteil an den Gewaltdelikten nehmen die
gefährlichen und schweren Körperverletzungen ein. Auch hier gingen
die Straftaten im Jahr 2011 deutlich um 7,32% auf 1.455 Fälle zurück,
nachdem bereits 2010 ein Rückgang von fast 9 Prozent feststellbar
war. Nach dem Höchststand von 1.987 Delikten im Jahr 2006 sank die
Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen kontinuierlich.

Erneuter Rückgang der Raubdelikte - niedrigster Stand seit 10
Jahren Deutliche Steigerung der Aufklärungsquote Handtaschenraub
sinkt um fast 32 Prozent

Nach dem deutlichen Rückgang der Raubdelikte um fast 6 Prozent von
2009 auf 2010 sank die Zahl der erfassten Delikte im letzten Jahr
nochmals um fast 3 Prozent. Mit 598 Fällen konnte der niedrigste
Stand seit 10 Jahren erreicht werden, nachdem ein Jahr zuvor noch 616
Taten angezeigt wurden. Noch im Jahre 2006 hatte es mit 717 erfassten
Straftaten den Höchststand gegeben. Die Aufklärungsquote konnte im
letzten Jahr deutlich auf 46,66% gesteigert werden (2010: 42,05%).
Diese positive Entwicklung findet sich auch in einzelnen
Deliktsfeldern wieder. So gingen die Überfälle auf Zahlstellen und
Geschäfte um über 20 Prozent, die auf Spielhallen um über 16 Prozent
und die auf Tankstellen um fast 50 Prozent zurück.

Opfer eines Handtaschenraubes sind in der Regel ältere Menschen.
Auch hier sank die Zahl der Delikte um fast 32 Prozent auf 28 Taten
(2010: 41). Die Aufklärungsquote konnte deutlich um fast 20 Prozent
gesteigert werden (2010: 12,20% / 2011: 32,14%).

Nach historischem Tiefststand 2010 steigt die Straßenkriminalität
an Straßenkriminalität auf zweitniedrigstem Stand seit 10 Jahren
Kfz-Aufbrüche und Fahrraddiebstähle steigen deutlich

Nachdem im Jahre 2010 mit 18.088 Delikten ein historischer
Tiefstand feststellbar war, stiegen die erfassten Fälle im letzten
Jahr um 4,25% an. Mit 18.857 Straftaten liegen sie aber auf dem
zweitniedrigsten Stand seit 10 Jahren. Im Jahre 2002 hatte es mit
22.847 Delikten noch den Höchststand gegeben.

Einen großen Anteil an der Straßenkriminalität nehmen die
Diebstähle in/aus Kraftfahrzeugen ein. Im letzten Jahr stiegen die
erfassten Delikte um 13,13% auf 3.799 an, nachdem sie von 2009 auf
2010 noch um fast 16 Prozent auf 3.358 zurück gegangen waren.
Gegenüber dem Höchststand von 8.998 Delikten im Jahre 2003 haben sich
die Straftaten aber mehr als halbiert. Ebenfalls deutlich gestiegen
sind die festgestellten Fahrraddiebstähle. Nach 4.164 Delikten im
Jahre 2010 wurden im letzten Jahr 4.645 Anzeigen erfasst, was einen
Anstieg von 11,55% bedeutet.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung angestiegen
Opferschutz und Opferhilfe sind feste Bestandteile polizeilicher
Arbeit

Im Jahr 2011 wurden 642 Sexualdelikte erfasst. Das sind 59 oder
10,12% mehr als im Vorjahr (583 Fälle). Die bekannt gewordenen
Vergewaltigungen und schweren sexuellen Nötigungen haben um 17 Fälle
oder fast 16 Prozent abgenommen (2010: 108 Fälle; 2011: 91 Fälle).
Die Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern stiegen dagegen
deutlich um über 50 Prozent an (2010: 158 Fälle, 2011: 239 Fälle).
Allein bei einem Fall von sexuellen Missbrauch von Kindern in
Castrop-Rauxel durch einen 56-jährigen Beschuldigten konnten
Polizeibeamte über 80 Einzeltaten klären.

"Erfreulicherweise hat sich auf Grund einer größeren Sensibilität
das Anzeigenverhalten geändert, so dass Sexualdelikte vermehrt
angezeigt werden. Viele der Delikte ereignen sich im sozialen Umfeld
und für die Opfer, zumeist Frauen und Kinder, bedeuten sie oft eine
Traumatisierung mit lebenslanger Auswirkung. Opferschutz und
Opferhilfe, nicht nur in Fällen sexueller Gewalt, sind feste
Bestandteile der polizeilichen Arbeit. Sie beginnen bereits bei der
Anzeigenerstattung und reichen bis zur Betreuung der Geschädigten
durch speziell ausgebildete Opferschutzbeauftragte", sagte die
Polizeipräsidentin.

Fazit der Polizeipräsidentin:

"Im letzten Jahr sind sowohl negative wie auch positive Aspekte
erkennbar. Beispielhaft möchte ich hier zwei Deliktsfelder anführen,
die eine Vielzahl von Straftaten beinhalten und damit eine gewisse
Aussagekraft haben. Während bei der Straßenkriminalität nach einem
historischen Tiefstand 2010 im letzten Jahr ein Anstieg feststellbar
ist, gingen die Gewaltdelikte erfreulicherweise nochmals deutlich
zurück und haben den niedrigsten Stand seit 10 Jahren erreicht. Diese
unterschiedliche Entwicklung spiegelt sich auch im Wohnungseinbruch
mit sehr deutlichen regionalen Unterschieden wider. Durch die
Umsetzung der Maßnahmen zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchs war aber
insbesondere zum Jahresende eine positive Tendenz erkennbar, die sich
nach vorsichtiger Einschätzung auch 2012 fortsetzt. Trotzdem wird die
Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität auch in diesem Jahr
einen besonderen Schwerpunkt im Polizeipräsidium Recklinghausen
ausmachen", zog Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere ein
abschließendes Fazit.

Anmerkung:

Allgemeine Fragen zur Kriminalitätsentwicklung 2011 können unter
der Telefonnummer 02361/55-1032 an die Pressestelle gerichtet werden.

Anlagen:

-1- Foto von Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere -1- Foto von
Ulrich Nisch, Leiter der Direktion Kriminalität




Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Recklinghausen
Andreas Wilming-Weber
Telefon: 02361-55-1032
Fax: 02361-55-1059
E-Mail: pressestelle.recklinghausen(at)polizei.nrw.de


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Datum: 12.03.2012 - 12:11 Uhr
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