Gefährliche Überschreitung der Lenk- und Ruhezeiten bei LKW-Fahrer festgestellt - Autobahnpolizei verordnet nordhessischem Trucker Zwangspause
(ots) - Pohlheim/BAB 5: Auf dem Parkplatz Limes an der A5
in Richtung Frankfurt kontrollierten Beamten der Autobahnstation
Mittelhessen kürzlich einen LKW-Fahrer einer nordhessischen
Spedition. Die Ordnungshüter stellten dabei umfangreiche Verstöße des
Fahrers gegen die Lenk- und Ruhezeiten im gewerblichen Güterverkehr
fest und untersagten die Weiterfahrt.
Die Auswertung des Kontrollgeräts das die Zeiten des Fahrers
aufzeichnet ergab, dass der LKW-Fahrer seit vier Wochen keine
ausreichende Wochenendruhezeit eingehalten hat. Ein Fahrer muss nach
den Vorschriften 45 Stunden Ruhezeit einlegen. Im konkreten Fall
betrug die längste Wochenendruhezeit gerade einmal 23 Stunden. Auch
die maximale Zeit hinter dem Steuer, die sogenannte Wochenlenkzeit
mit 56 Stunden, überschritt der Nordhesse mehrfach. Dadurch ergaben
sich auch Überschreitungen der Gesamtlenkzeit, die im Höchstfall 90
Stunden in einer Doppelwoche am Steuer eines Brummis zulässt. Allein
über drei Tagen verteilt fuhr der Lkw-Fahrer ohne Pausen 45,5
Stunden. Erlaubt sind maximal 10 Stunden Lenkzeit am Tag, allerdings
mit entsprechenden Pausen. Die Ordnungshüter ordneten eine sofortige
Zwangspause für den Mann aus Nordhessen an. Ihn sowie den Spediteur
erwarten nun empfindliche Bußgelder im vierstelligen Euro-Bereich.
Der kommissarische Leiter der Autobahnstation Mittelhessen in
Butzbach, Polizeihauptkommissar Gerold Reitz, sagt: "Dem Erkennen von
Verstößen im Bereich der Lenk- und Ruhezeiten kommt im Rahmen der
Verkehrsüberwachung durch die Polizei eine besonders wichtige
Bedeutung zu. Dieser Fall bestätigt die Notwendigkeit der
Kontrollen." Reitz ergänzt: "Nicht selten führen Überschreitungen der
erlaubten Zeiten dann zur Übermüdung des Fahrers und das Unfallrisiko
steigt damit an". Auf die Unfallursache "Übermüdung" führen die
Autobahnpolizisten auf Mittelhessens Autobahnen von 2006 bis 2011
insgesamt 52 Verkehrsunfälle zurück. Die traurige Bilanz: ein Toter,
zehn Schwer- und 25 Leichtverletzte. Den entstandenen
Gesamtsachschaden beziffern die Beamten mit circa 1,5 Millionen Euro.
Thorsten Mohr
ots Originaltext: Polizeipräsidium Mittelhessen
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Datum: 19.03.2012 - 16:32 Uhr
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