Verkehrsbericht des Polizeipräsidiums Südosthessen von Sonntag, 25.03.2012

(ots) - Polizei legt Verkehrsbericht für das Jahr 2011
vor
Zahl der Verkehrsunfälle im Polizeipräsidium Südosthessen auf
Tiefststand!
(aa) "Auf den historisch niedrigsten Stand sank die Zahl der
Verkehrsunfälle, die sich im Jahr 2011 auf den Straßen in der Region
ereignet haben", teilte der Leitende Polizeidirektor Alexander König
auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der aktuellen
Verkehrsunfall¬statistik mit. Gegenüber dem Vorjahr (14.376
Verkehrsunfälle) weist die Polizeistatistik für Stadt und Kreis
Offenbach sowie den Main-Kinzig-Kreis insgesamt einen Rückgang um 173
(-1,2%) auf nunmehr 14.203 Unfälle aus.
"Mit diesem guten Ergebnis wird die bisherige Rekordbilanz aus dem
Jahr 2009 nochmals um minus 50 Verkehrsunfälle verbessert", stellte
der Abteilungsleiter heraus und ergänzte: "So¬mit ereignete sich in
unserem Zuständigkeitsbereich alle 37 Minuten ein Verkehrsunfall!"
Noch deutlicher wird die positive Entwicklung bei der Betrachtung
des Zehnjahresvergleichs. Während in 2002 noch 16.426 Unfällen zu
Buche schlugen, liegen die aktuellen Werte um 2.223 Fälle - das sind
13,5 Prozent - niedriger.
Unfallfolgen
Die Zahl der reinen Sachschadensunfälle sank gegenüber dem Vorjahr
um 269 oder -2,4 Prozent auf insgesamt 11.152.
Dagegen stieg der Anteil der Unfälle mit Personenschaden auf
3.051, das ist ein Plus von 96 Unfällen (3,2 Prozent). Insgesamt
wurden 4.072 Verkehrsteilnehmer verletzt.
Bei 537 Unglücken im Straßenverkehr wurden im Berichtsjahr 627
Menschen schwer ver¬letzt.
Leichte Verletzungen, die ambulant versorgt werden konnten,
erlitten insgesamt 3.425 Betei¬ligte bei 2.497 Unfällen.
In 17 Fällen (das ist eine Differenz von drei Unfällen oder -15
Prozent) kam mindestens eine Person ums Leben; insgesamt starben wie
im Vorjahr 20 Menschen im Straßenverkehr.
Verkehrsunfallfluchten
"Bei den Verkehrsunfallfluchten registrierten wir einen Anstieg
von 331 Fällen (6,5 Prozent) auf insgesamt 5.399 Delikte. Somit
entfernte sich bei deutlich mehr als einem Drittel (38 Prozent) aller
aufgenommenen Verkehrsunfälle zumindest ein Beteiligter unerlaubt vom
Un¬fallort, ohne seiner Verpflichtung an der Unfallstelle
nachzukommen", sagte der Leitende Polizeidirektor und unterstrich:
"Dies ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat!" Deshalb
werden sowohl "qualifizierte" Verkehrsunfälle mit Flucht (ab einer
Schadenshöhe von 2.000 Euro) als auch Unfallfluchten mit
Personenschaden von einer zentralen Unfall¬fluchtgruppe bearbeitet,
die ihren Sitz in Langenselbold hat.
Im Jahr 2011 ermittelte das sechsköpfige Team nach 286
Fluchtunfällen, bei denen Personen verletzt wurden, sehr erfolgreich
und klärte 154 (54,5 Prozent) auf. Manchmal sind es nur kleine
Lacksplitter oder Kunststoffteile, die untersucht werden und die
Unfallfahnder letztlich zum Verursacher führen.
Unfälle unter Alkohol oder Drogeneinfluss
"Ebenfalls auf den statistisch niedrigsten Stand sank die Zahl der
Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss. So registrierten wir in
unserem Zuständigkeitsbereich mit 540 Unfällen einen Rückgang von 25
(-4,4 Prozent)", erläuterte Polizeidirektor Peter Liebeck von der
Direktion Verkehrssicherheit/Sonderdienste. Dabei standen 543
Beteiligte unter Alkoholeinfluss, wobei 509 Berauschte in den
Verkehrs¬unfallanzeigen auch als die jeweiligen Verursacher
eingetragen waren. Bei Unfällen, bei denen Alkohol im Spiel war,
erlitten 88 Beteiligte schwere und 231 Perso¬nen leichte
Verletzungen; ein Mensch wurde getötet. Den Gesamtschaden bilanzierte
die Polizei auf über 2,9 Millionen Euro.
"Dagegen registrierten wir einen Anstieg um sechs auf insgesamt 76
Unfälle unter Drogen¬einfluss (8,6 Prozent)", führte Liebeck weiter
aus. Nach polizeilicher Feststellung waren dabei 67 Personen auch die
Hauptverursacher der Un¬fälle. Neun Beteiligte von Drogenunfällen
erlitten schwere Verletzungen und 26 kamen mit leichten Blessuren
davon. Tote gab es nicht zu beklagen.
"So sehr ich mich über den historischen Tiefststand und die
positive Tendenz der letzten Jahre freue, so ist dennoch jeder
verletzte oder gar getötete Verkehrsteilnehmer einer zu viel" sagte
der Leitende Polizeidirektor König und ergänzte: "Auch in diesem Jahr
werden wir ein Bündel von Maßnahmen schnüren, um die Unfälle und ihre
Folgen noch weiter zu mini¬mieren. Damit folgen wir unserem
gesetzlichen Auftrag. Die Maßnahmen erstrecken sich auf die Bereiche
Gefahrenabwehr und Strafverfolgung". Die Verkehrsunfallentwicklung im
Einzelnen
Die Entwicklung der Unfallzahlen ist im Bereich des
Polizeipräsidiums Südosthessen unein¬heitlich und stellt sich im
Einzelnen wie folgt dar:
Stadt Offenbach
Durch die Polizeireviere wurden im Berichtszeitraum in der Stadt
Offenbach 2.263 Verkehrs¬unfälle registriert, im Jahr 2010 waren es
noch 2.370. Die Zahl der Verkehrsunfälle sank so¬mit um 108 (ein
Minus von 4,6 Prozent). Ähnlich hoch war der Rückgang bei den
Unfallfolgen: Bei 514 Unfällen kamen Menschen zu Schaden, im Vorjahr
waren es noch 539, was eine Minderung um 4,6 Prozent bedeutet.
Hiervon wurden bei 439 Unfällen (Vorjahr: 480, -8,5 Prozent)
deutlich weniger leicht, je¬doch bei 74 Unfällen (Vorjahr: 58, +27,6
Prozent) Personen dagegen schwer verletzt. Ebenso wie im Vorjahr kam
ein Mensch ums Leben.
Kreis Offenbach
Im Kreis Offenbach ereigneten sich 4.977 (2010: 5.040)
Verkehrsunfälle. Dies entspricht einer Abnahme um 62 Verkehrsunfälle
oder -1,3 Prozent. Bei 1.069 Unfällen (Vorjahr:1.032, +3,6 Prozent)
wurden Menschen verletzt; darunter 895 Unfälle mit Leichtverletzten
(Vorjahr 835: +7,2 Prozent) und 170 mit Schwer¬verletzten (Vorjahr:
187, -9,1 Prozent). Sechs Verkehrsteilnehmer kamen bei Unfällen im
Kreisgebiet Offenbach ums Leben. (Vor¬jahr: 10, -40 Prozent).
Hinweis: Zahlen für die einzelnen Kommunen können über die
Stationsleiter der örtlich zu¬ständigen Polizeidienststellen erfragt
werden.
Stadt Hanau
Durch die Polizeistationen wurden im Stadtgebiet von Hanau
insgesamt 1.449 (Vorjahr: 1.426) Verkehrsunfälle aufgenommen. Damit
stieg hier die Zahl der Unfälle um 23 oder 1,6 Prozent. Die Zahl der
Unfälle mit Personenschäden erhöhte sich ebenfalls: Kamen 2010 bei
312 Unfällen Menschen zu Schaden, waren es im Berichtszeitraum 338
(+8,3 Prozent). Es wurden 279 Unfälle mit Leichtverletzten (Vorjahr:
268, +4,1 Prozent) und 57 mit Schwer¬verletzten (Vorjahr: 43, +32,6
Prozent) registriert. Bei zwei Unfällen kam jeweils ein Mensch in
Hanau ums Leben (Vorjahr: 1).
Main-Kinzig-Kreis
Im Main-Kinzig-Kreis (ohne die Stadt Hanau) wurden insgesamt 3.602
Unfälle von der Polizei aufgenommen. Die Zahl der Verkehrsunfälle
nahm somit im Vergleich mit 2010 (3.728) um 126 oder -3,4 Prozent ab.
Unfallfolgen: Bei 810 Unfällen kamen Menschen zu Schaden, im Vorjahr
waren es noch 788, was eine Steigerung von 2,8 Prozent bedeutet.
Hiervon wurden bei 621 Unfällen (Vorjahr: 632, -1,7 Prozent) Personen
leicht und bei 184 (Vorjahr: 150, +22,7 Prozent) schwer verletzt. Die
Zahl der tödlich Verletzten blieb mit sechs gleich wie im Vorjahr.
Hinweis: Zahlen für die einzelnen Kommunen können über die
Stationsleiter der örtlich zu¬ständigen Polizeidienststellen erfragt
werden.
Bereich Autobahnen
Durch die Polizeiautobahnstation Langenselbold wurden insgesamt
1.900 Verkehrsunfälle registriert, eine Zunahme um 92 Unfälle (+5,1
Prozent). Bei 317 Unfällen wurden Verkehrsteilnehmer verletzt
(Vorjahr: 283, +12 Prozent). Es wurden 260 Unfälle mit
Leichtverletzten (Vorjahr: 226, +15 Prozent) und 52 mit
Schwer¬verletzten (Vorjahr: 55, -5,5 Prozent) registriert. Auf den
Autobahnen kamen fünf Menschen ums Leben (Vorjahr: 2).
Beispiele für bauliche Maßnahmen
Der Leiter der Polizeidirektion Offenbach, Claus Spinnler, stellte
mit Hilfe einer Präsentation dar, wie im Rahmen der Gefahrenabwehr
die Kreuzung Goethe-/Bettinastraße in Offenbach als Unfallpunkt
entschärft wurde. Das "Nichtbeachten der Vorfahrt" war hier im Jahr
2010 die Ursache für neun Verkehrsunfälle mit insgesamt vier
Verletzten. "Nach der Installierung einer Ampelanlage ereignete sich
im letzten Jahr an dieser Kreuzung kein Unfall mehr", so
Polizeidirektor Spinnler.
Hans Knapp, Leiter der Polizeidirektion Main-Kinzig, beschrieb
gleich mehrere Maßnahmen, die auf der Landesstraße 2306 in der
Gemarkung Linsengericht zur Reduzierung der Unfall¬gefahren ergriffen
wurden. Auf der Strecke zwischen Altenhasslau und Geislitz kamen in
der Vergangenheit bei neun Unfällen elf Menschen zu Schaden, zwei
wurden schwer und neun leicht verletzt. Die Unfallursache war jeweils
gleich: Auf regennasser Straße drifteten die Fahrzeuge nach einer
Rechtskurve von der Fahrbahn ab. "Neben einem neuen Fahrbahnbelag
wurde in 2010 die Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt und ein
Verkehrsschild "Schleudergefahr" aufgestellt. Im Jahr 2011 passierte
hier auf regennasser Straße kein einziger Unfall mehr", bilanzierte
Polizeidirektor Knapp.
Verkehrskontrollen Alkohol/Drogen (folgenlose Fahrten)
"Parallel zur Gefahrenabwehr hat die Polizei die Verpflichtung,
Straftaten und Ordnungs¬widrigkeiten im Straßenverkehr zu verfolgen",
führte Peter Liebeck aus und nannte Zahlen jenseits des
Unfallgeschehens: Bei den folgenlosen Trunkenheitsfahrten sank die
Zahl um 86 auf 1.117 (Vorjahr: 1.203, -7,1 Prozent). Dagegen stiegen
die folgenlosen Drogenfahrten um 65 auf 648 (Vorjahr: 583; -11,1
Prozent). Die Zahl der Verkehrsteilnehmer, die sowohl Alkohol als
auch Drogen intus hatten, sank von 109 im Vorjahr um 16 (14,7
Prozent) auf 93.
Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei
"Im Rahmen der diesjährigen landesweiten Aktion "Sichere
Landstraße" stellen wir in diesem Jahr auch die Kradfahrer wieder in
unseren Fokus. Mit dem Frühling beginnt die Motorrad¬saison und mit
gezielten Geschwindigkeits- und Zweiradkontrollen, insbesondere an
den Wochenenden, wollen wir für eine sichere Fahrt der Biker sorgen.
Wir verfügen im Polizei¬präsidium Südosthessen über zivile
Motorräder, die wir zur gezielten Verkehrsüberwachung der Biker
einsetzen", so Abteilungsleiter König. Mit einem eigenen Info-Stand
werden Beamte der Motorradstaffel des Polizeipräsidiums auch in
diesem Jahr beim sogenannten "Anlassen" in Gelnhausen zum Saisonstart
der Biker am Sonntag, 15. April vertreten sein und dort direkt über
Unfallverhütung aufklären.
Auf der Agenda der Polizei stehen zudem über das Jahr verteilte
Schwerpunktaktionen, bei denen beispielsweise gezielt der gewerbliche
Güter- und Reiseverkehr, die Gurtpflicht, die Überwachung des
Handyverbotes oder das Funktionieren von Beleuchtungseinrichtungen
überprüft werden. Auf verstärkte Kontrollen müssen sich neben
Fußgängern und Radfahrern auch Senioren einstellen. Im Programm
"Generation 65+" soll beraten und informiert, aber auch kontrolliert
werden. Neben zielgerichteten Überprüfungen möglicher Alkohol- oder
Drogensünder steht die Polizei auch in Waldgebieten zur
Geschwindigkeitsmessung am Fahr¬bahnrand, um Wildunfällen
vorzubeugen.
"Wir möchten, dass die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs in
der Region auch weiter¬hin hohe Priorität genießt. Dazu appellieren
wir an die Verkehrsteilnehmer, sich stets ver¬antwortungsbewusst,
rücksichtsvoll und den Regeln entsprechend im Straßenverkehr zu
ver¬halten. Wer gegen Vorschriften verstößt, der muss mit Kontrollen
und Sanktionen der Polizei rechnen. Wir nehmen unsere Aufgabe sehr
ernst und widmen uns auch zukünftig mit großem Engagement dieser
wichtigen Verkehrssicherheitsarbeit", betonte Alexander König
abschließend.
Rückfragen bitte an:
Polizeipräsidium Südosthessen
Geleitsstraße 124, 63067 Offenbach
Pressestelle
Telefon: 069 / 8098 - 1210
Fax: 069 / 8098 - 1207
Petra Ferenczy (fe) - 1208
Ingbert Zacharias (iz) - 1211 oder 0163 / 284 5680
Henry Faltin (hf) - 1212 oder 0173 / 659 6744
Kirsten Krüger (kk) - 1213 oder 0173 / 301 7743
Andrea Ackermann (aa) - 1214 oder 0173 / 301 7834
E-Mail: pressestelle.ppsoh(at)polizei.hessen.de
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Datum: 25.03.2012 - 12:00 Uhr
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