Darmstadt: Fast wäre es zu spät gewesen / "Enkeltrick" scheitert nur an abgelaufenem Ausweis / Polizei warnt ältere Menschen erneut vor miesen Trickdieben
(ots) - Fast wäre es zu spät gewesen und eine 96-jährige
Frau wäre Opfer einer Trickdiebin geworden. Die Seniorin war am
Montagvormittag (26.3.2012) von einer Frau angerufen worden, die sich
mit den Worten "Weißt Du nicht, wer hier ist?" gemeldet hatte. Die
Frauenstimme suggerierte der 96-Jährigen, dass sie ihre Nichte am
Telefon habe und kam dann auch schnell zum Punkt. Sie sei gerade in
Pfungstadt und müsse hier viel Geld für ein Immobiliengeschäft
hinterlegen. Möglichst zwanzigtausend Euro. Da die ältere Dame angab,
nur wenig Geld zu Hause zu haben, aber über 9.000,- EUR auf ihrem
Sparbuch verfügen könne, gab sich die angebliche Nichte auch mit
dieser Summe zufrieden. Sie bestellte "ihrer Tante" daraufhin ein
Taxi, das sie am Nachmittag zu dem Geldinstitut am Luisenplatz
brachte. Dort konnte ihr das Geld nur aus einem einzigen Grund nicht
ausgezahlt werden: Ihr Ausweis war abgelaufen! So fuhr die Dame,
glücklicherweise unverrichteter Dinge, mit dem Taxi zurück nach
Hause. Kaum dass die 96-Jährige wieder zu Hause war, klingelte auch
schon wieder das Telefon. Die angebliche Nichte wollte nun wissen,
wann sie zum Abholen des Geldes kommen könne. Als sie nun aber hören
musste, dass sie kein Geld bekommen würde, legte sie - natürlich
wenig erfreut - sofort auf. Am späten Nachmittag meldeten dann
Bekannte der 96-Jährigen den Vorfall bei der Polizei. Für die Beamten
des zuständigen Kommissariats 24 war der Fall schnell klar. Erneut
sollte ein älterer Mensch durch diese absolut skrupellosen Trickdiebe
mit der so genannten Enkeltrick-Masche um sehr viel Geld gebracht
werden. Glücklicherweise blieb der Erfolg der Täter in diesem Fall
aus. Doch wie der Fall deutlich zeigt: es hätte leicht auch anders
kommen können. Deshalb appelliert die Polizei insbesondere an ältere
Menschen: Seien Sie bei allen Anrufern, die Geld von Ihnen möchten,
grundsätzlich immer misstrauisch. Überlegen Sie erst einmal: Würde
eine Ihnen nahestehende Person wirklich so viel Geld am Telefon
fordern? Warum kommt die Nichte, der Enkel oder sonstige Verwandte
nicht selbst vorbei, sondern lässt das Geld durch einen Ihnen
vollkommen unbekannte Person abholen? Lassen Sie sich niemals unter
Zeitdruck setzen. Beratschlagen Sie erst einmal mit anderen Personen
Ihres Vertrauens, zum Beispiel auch mit den Beamten Ihres
Polizeireviers, ob der geschilderte Sachverhalt so wirklich stimmen
kann. Lassen Sie sich davon keinesfalls abhalten, auch wenn der
Anrufer möchte, "dass dies unter uns bleibt". Ist Ihr Geld erst
einmal in den Händen dieser üblen Trickbetrüger, wird es schwer sein,
es wieder zu erlangen.
ots Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen
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Datum: 27.03.2012 - 11:19 Uhr
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