Wichtigste Instrumente der Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus sind Aufklärung und Bildung
(ots) - Zentralrat der Muslime und Bund Deutscher
Kriminalbeamter im Gespräch
Am 9. Mai trafen sich der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime
in Deutschland, Aiman Mazyek und der Bundesvorsitzende André Schulz
zu einem Informationsaustausch in der Bundesgeschäftsstelle des BDK
in Berlin.
Im Rahmen des Gespräches wurden u.a. über die Erfahrungen von und
mit Polizistinnen und Polizisten mit muslimischem Glauben, über die
interkulturelle Kompetenz von Polizeibeamtinnen und -beamten und die
Möglichkeiten der Vertiefung dieser Fähigkeiten gesprochen. Auch
kritische Punkte, wie die Frage, wie es unter den Augen der
Sicherheitsbehörden zu den schrecklichen NSU-Morden kommen konnte,
die gefühlte zunehmende Islamfeindlichkeit in der Gesellschaft, aber
auch Gewalt in muslimischen Familien und die sogenannte
Schattenjustiz durch muslimische "Friedensrichter" wurden nicht
ausgespart.
Breiten Raum des in angenehmer und offener Atmosphäre geführten
Gespräches nahmen aus aktuellen Anlass die Ausschreitungen
gewaltbereiter Salafisten in Bonn ein, die die Provozierungen der
rechtsextremen und als verfassungsfeindlich eingestuften
"Bürgerbewegung" Pro-NRW dankend aufgenommen und zwei Polizisten mit
gezielten Messerstichen schwer verletzt hatten.
"Wer in Deutschland lebt, muss die freiheitlich-demokratische
Grundordnung uneingeschränkt anerkennen!", so der
BDK-Bundesvorsitzende André Schulz.
"Für die Ausschreitungen und die Gewalt gegen die einschreitenden
Polizeibeamten gibt es keine Entschuldigung, auch in keinster Weise
eine religiöse Rechtfertigung. Die Täter müssten nun als das
behandelt werden, was sie sind: Gewalttätige Straftäter. Entsprechend
müssen sie behandelt und auch verurteilt werden", lautet die
Forderung vom Zentralratsvorsitzenden Aiman Mazyek.
"Aber nicht alle handelnden Personen dürfen über einen Kamm
geschert werden, denn es gibt durchaus einen Teil von Salafisten, die
zwar extremistisch eingestellt, aber die Anwendung von Gewalt
ablehnen. Die gewaltbereiten Salafisten sind im Kreise der Muslime
eine verschwindend kleine Minderheit, deren Aktivitäten aber mit
zunehmender Sorge betrachtet werden und die sich von den muslimischen
Gemeinden inzwischen abgewandt haben", so Mazyek weiter.
"Die von Bundesinnenminister Friedrich angekündigten
Vereinsverbote und Abschiebungen sind nur die eine Seite der
Medaille: Die wichtigsten Instrumente der Bekämpfung von Extremismus
und von Terrorismus bleibt die Aufklärung und Bildung unter der
muslimischen und der nichtmuslimischen Bevölkerung als ein
wesentlicher Präventionsansatz. Die Informationsbeschaffung und die
kriminalistische Analyse, sowie die professionellen Ermittlungen von
Strukturen sind weitere Instrumente, jedoch allein mit Polizeipräsenz
und Absperrungen wird die Bundesrepublik Deutschland nicht vor dem
nächsten terroristischen Anschlag oder rechtsextremistischen
Gewalttaten geschützt werden können", so die Bewertung des
BDK-Bundesvorsitzenden Schulz.
Der Zentralratsvorsitzende Mazyek und der Bundesvorsitzende Schulz
vereinbarten die Fortführung und Intensivierung des als positiv zu
bewertenden Informationsaustausches zwischen ZMD und BDK sowie die
Prüfung der Möglichkeiten für gemeinsame Projekte.
Rückfragen bitte an:
Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK)
Pressesprecher
Bernd Carstensen
Telefon: 0700 235 10 000
E-Mail: presse(at)bdk.de
http://www.bdk.de/
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Datum: 12.05.2012 - 17:12 Uhr
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