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Krefeld, Sperrfrist: 21. Mai 2012, 16:00 Uhr, Stadt und Polizei zeichnen "couragierte Bürger" für Hilfeleistungen aus - Ehrung für "Mut und Zivilcourage bei der Bekämpfung von Unrecht" im Rathaus

ID: 620523

(ots) - Hinsehen statt Wegschauen: Stadt und Polizei ehren
couragierte Bürgerinnen und Bürger Interessieren Bürgerinnen und
Bürger sich wirklich nicht mehr für ihre Mitmenschen? Wird
weggeschaut statt hingesehen, wenn Menschen in Not geraten? Sind wir
alle gleichgültig geworden für Dinge, die uns nicht unmittelbar
selbst betreffen? Manchmal ist das wohl so. Doch es gibt auch andere
Beispiele! Männer und Frauen stehen bedrängten Menschen zur Seite.
Bürgerinnen und Bürger sehen ganz genau hin, statt desinteressiert
wegzuschauen. Couragierte Krefelder zeigen "Bürgersinn".
Oberbürgermeister Gregor Kathstede und Polizeipräsident Rainer Furth
zeichnen am 21. Mai 2012 um 16:00 im Rahmen eines Empfangs im Ratsaal
des Rathauses dreizehn Bürgerinnen und Bürger aus, die sich als gute
Krefelder, als gute Nachbarn und als couragierte Mitmenschen gezeigt
haben. Sie erhalten die Anerkennung nicht zuletzt, um auch für andere
ein Zeichen zu setzen, sich bei Bedarf in ähnlicher Weise engagiert
und couragiert zu verhalten. Diese Auszeichnung findet nunmehr zum
fünften Mal in Folge im Rathaus statt.

Hier die einzelnen Sachverhalte:

Starker Auftritt gegen häusliche Gewalt

Am 04.01.2011 befindet sich Frau Harms nach ihrer Frühschicht im
Krankenhaus auf dem Weg nach Hause, als sie einen Mann beobachtet,
der seine Ehefrau schlägt und demütigt. Spontan und energisch spricht
sie den Mann an und fordert ihn auf, dies zu unterlassen. Es gelingt
ihr, den aggressiven Täter abzulenken, jedoch beleidigt er nunmehr
Frau Harms und greift sie sogar an bevor er sich entfernt. Frau Harms
hat mit ihrem selbstbewussten Auftreten ein klares Zeichen gegen
häusliche Gewalt gesetzt.

Einbrechern auf der Spur

Am 16.01.2011 beobachtet Frau Loomans zwei dunkel gekleidete
Personen, die durch ein Fenster des Flachbaus in das Gebäude der




Privatschule Niederrhein e.V. steigen. Sie informiert die Polizei und
beschreibt noch am Telefon, wie und wo sich die Täter im Gebäude
bewegen. So können die Beamten vor Ort den genauen Aufenthaltsort der
Täter ausfindig zu machen und sie festzunehmen.

Taschendieb ohne Chance

Vollen Einsatz zeigt Herr Karacan am 07.04.2011 nach einem
Taschendiebstahl, als er gerade in einem Supermarkt Geld wechseln
will. Eine junge Frau ruft laut "Kennt den einer, der hat mein Handy
geklaut!". Herr Karacan erkennt die Situation richtig und handelt. Er
versucht, den Dieb festzuhalten. Als der flüchtet, nimmt Herr Karacan
die Verfolgung auf, ruft dabei die Polizei und gibt laufend
Standortmeldungen durch, obwohl er zwischendurch von dem Täter mit
einem Backstein bedroht wird. Er lässt sich nicht beirren und führt
die Polizei an den Mann heran. Aufgrund der exzellenten Hinweise kann
die Polizei den Dieb mit der Beute auf der Tannenstraße festnehmen.
Die erste und spontane Äußerung des Zeugen Karacan gegenüber der
Polizei: "Das ist meine Bürgerpflicht."

Graffiti im Blick

Herr Mörchen und seine Frau beobachten am 30.04.2011 gegen 1 Uhr
nachts von ihrem Balkon eine Gruppe von Heranwachsenden, die
Straßenschilder, Stromkästen und Haustüren mit Graffiti verunstalten.
Herr Mörchen nimmt darauf hin die Verfolgung der Personengruppe auf
und ruft die Polizei. Die kann die Personen in der Nähe feststellen
und eine der schwer aufklärbaren Sachbeschädigungen zuordnen.

Sachbeschädigung ernst genommen

Wer ärgert sich nicht, eine Sachbeschädigung am eigenen Auto und
niemand schaut hin. Anders Herr Ekolongo als er am 12. Juni 2011
zufällig aus seiner Wohnung heraus beobachtet, wie ein Mann vor dem
Haus randaliert, dabei das vordere Kennzeichen eines Autos abreißt
und eine Sachbeschädigung an der Stoßstange verursacht. Herr Ekolongo
begibt sich nach draußen und stellt sich dem äußerst aggressiven
Täter entgegeben und hält ihn trotz heftigen Widerstands bis zum
Eintreffen der Polizei fest. Nur aufgrund des schnellen und beherzten
Eingreifens von Herrn Ekolongo konnte die Straftat geklärt, weitere
verhindert und der Mann zur Räson gebracht werden.

Entschlossen gegen Räuber

In der Nacht des 26. Juni 2011 sind zwei junge Männer auf dem Weg
zu ihrem Auto, das auf dem Westwall geparkt ist, als plötzlich vier
Männer hinter ihnen auftauchen und sich aggressiv verhalten. Ihrer
Ankündigung "Rucksack her, oder wir hauen euch auf die Fresse" folgen
plötzliche und heftige Schläge. Herr Maloku steht zu dieser Zeit
zufällig mit seinem Auto an einer Ampel in der Nähe. Er erkennt die
Notsituation der beiden Männer und wird aktiv. Er springt aus dem
Auto und geht auf die Personengruppe zu. Daraufhin lassen die Täter
von ihren Opfern ab und flüchten. Durch sein nachdrückliches und
entschlossenes Handeln hat Herr Maloku Schlimmeres verhindert.

Jugendliches Vorbild

Am 21.08.2011 beobachtet Marco Botho wie auf der Straße vor seinem
Zimmer zwei Männer einen anderen Mann zusammenschlagen und dann
flüchten. Obwohl er alleine zuhause ist, handelt er spontan und
richtig. Er läuft zur verletzten Person und erkennt, dass
medizinische Hilfe erforderlich ist. Er wählt den Notruf 112 und
bleibt bis zum Eintreffen der Rettungskräfte beim Verletzten.
Anschließend wartet er auf die Polizei, um sich als Zeuge zur
Verfügung zu stellen.

Gemeinsam stark gegen Räuber

Am 28.08.2011 wird eine Frau auf der Friedrichstraße Opfer eines
Handtaschenräubers, der zu fuß flüchtet. Ein Passant versucht
vergeblich, den Täter aufzuhalten. Frau Castro Costa ist zufällig mit
ihrem Auto in dem Bereich unterwegs und wird auf das Geschehen
aufmerksam. Sie reagiert sofort und bietet der Frau an, gemeinsam mit
dem Auto die Verfolgung aufzunehmen. Es gelingt den beiden Frauen zum
Täter aufzuschließen und ihn anzusprechen. Sie sind dabei so
bestimmt, dass er die Handtasche wegwirft und wenig später von der
hinzu gerufenen Polizei festgenommen werden kann.

langen Atem bewiesen...haben Lucas Butzmühlen und Nicolai Sitterz.
Den Abend des 25.09.2011 verbringen sie gemeinsam als sie gegen
Mitternacht laute Geräusche auf der Straße hören. Sie beobachten
einen Mann, der an der Beifahrertüre eines Autos hantiert und sich
auffällig wegduckt, als ein Passant mit Hund vorbeigeht. Sie
erkennen, dass der Mann in das Auto des Nachbarn eingebrochen hat und
informieren erst die Eltern und dann die Polizei. Die beiden Väter
mit ihren beiden Söhne laufen auf die Straße, leuchten den Täter mit
Taschenlampen an und sprechen ihn an bevor er flüchtet. Zu viert
nehmen sie die Verfolgung durch die Wohnsiedlung auf. Sogar als der
Täter über ein Dach flüchtet, folgen ihm die beiden jugendlichen
Zeugen. Als die Polizei hinzukommt, gelingt es ihnen, den Täter
ausfindig zu machen und festzunehmen.

spektakuläre Verfolgung

Am 20.11.2011 fährt ein Autofahrer ein Kind an, das mit seinem
Fahrrad den Fußgängerüberweg Ostwall / St- Anton- Str. benutzt und
schleudert es dabei so heftig zu Boden, dass es im Krankenhaus
behandelt werden muss. Der Fahrer entfernt sich, ohne sich um das
Kind zu kümmern. Gleich mehrere Personen werden auf das Geschehen
aufmerksam und handeln. Sie rufen die Polizei und geben wichtige
Hinweise zu Farbe, Typ und Kennzeichen. Herr Behr und Herr Winkler
nehmen mit dem eigenen Auto die Verfolgung auf. Es gelingt ihnen,
den Weg zu versperren und die Weiterfahrt zunächst zu verhindern. Sie
ziehen den Beifahrer aus dem Auto und halten ihn bis zum Eintreffen
Polizei fest. Trotz dieser gelungenen Gemeinschaftsaktion rammt der
Fahrer sich geradezu den Weg mit dem Auto frei und kann spektakulär
entkommen. Nur durch die guten Hinweise aller beteiligten Zeugen kann
er im Zuge der Ermittlungen festgestellt und zur Verantwortung
gezogen werden.

Wehrhaft trotz Waffengewalt

zeigt sich am 17.04.2011 Frau Chekurishvili, die an diesem Tag
über ihren Feierabend hinaus arbeitet, als gegen 18:30 Uhr zwei
maskierte Männer das Wettbüro am Karlsplatz betreten und die
anwesenden Personen mit Schusswaffen bedrohen. Die Zeugin vernimmt im
Nebenraum laute Geräusche und vermutet zunächst einen heftigen
Kundenstreit. Sie erkennt schnell, dass sich die Kunden auf den Boden
legen müssen und eine große Gefahr besteht. Um der Ernsthaftigkeit
ihrer Geldforderung Nachdruck zu verleihen, schießen die Täter auf
einen Monitor. Frau Chekurishvili alarmiert die Polizei und hält die
Verbindung, obwohl sie sich nur wenige Meter neben den Tätern
befindet. Diese schließen den Raum ab, so dass die eintreffenden
Polizeibeamten zunächst keinen Zugang haben. Frau Chekurishvili
bleibt am Tatort, schließt das Büro mit ihrem Schlüssel wieder auf
und ermöglicht die Festnahme der gefährlichen Räuber.

Alle couragierten Bürgerinnen und Bürger haben die polizeilichen
Verhaltensempfehlungen zur Zivilcourage umgesetzt:

-Beobachte die Situation genau -Wähle Notruf 110 -Fordere
andere zum Mithelfen auf -Kümmere dich um das Opfer -Präge dir
Tätermerkmale ein -Stell dich als zeuge zur Verfügung
- Gefährde dich nicht selbst

Zur Ehrung sind die Vertreter der Medien herzlich eingeladen. (343
/ DG)




Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Krefeld
Pressestelle
Nordwall 1-3
47798 Krefeld
www1.polizei-nrw.de/krefeld


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Datum: 15.05.2012 - 17:06 Uhr
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