Darmstadt: Große Buskontrolle im Rahmen der Sicherheitskooperation der Länder / Nahezu bei allen Bussen Mängel festgestellt
(ots) - Die Kontrolle von Bussen war der Schwerpunkt bei
einem gemeinsamen Kontrolltag am Dienstag (15.05.2012) im Rahmen der
Sicherheitskooperation der Länder Hessen, Baden-Württemberg und
Rheinland-Pfalz. Beamte hielten auf den angrenzenden Autobahnen
Ausschau nach Bussen des internationalen Lienenverkehrs. Fiel ihnen
ein Fahrzeug auf, lotsten sie es auf das Gelände der
Polizeiautobahnstation. Hier war eine große Kontrollstelle aufgebaut.
Die Busse wurden unter Einsatzleitung des Verkehrsdienstes des
Polizeipräsidiums Südhessen durch Polizeibeamte aus Hessen,
Baden-Württemberg und Rheinlandpfalz mit Unterstützung von Vertretern
des Regierungspräsidiums Darmstadt, des Bundesamtes für Güterverkehr,
eines Kfz-Sachverständigen und Beamten des Zolls kontrolliert.
Vereinzelt fanden neben den Überprüfungen im technischen Sinne,
die Einhaltung der vorgeschriebenen Lenk -und Ruhezeiten sowie die
Einhaltung der erlaubten Geschwindigkeit auch eine Überprüfung der
Fahrgäste und des Reisegepäcks statt. Hierzu hatte der Zoll ein
mobiles Röntgengerät aufgebaut. Auch Rauschgiftspürhunde waren im
Einsatz.
Insgesamt wurden 19 Busse und 373 Fahrgäste überprüft.
Bei 16 Bussen konnten die Beamte 26 unterschiedliche zum Teil
gravierende Verstöße feststellen. In 12 Fällen handelte es sich um
technische Mängel. Hierzu zählten unter anderem gerissene
Bremsscheiben, abgefahrene Reifen, fehlende Batterieabdeckungen,
mangelhafte oder fehlende Verbandskästen oder Feuerlöscher. In zehn
Fällen haben die Busfahrer gegen die gesetzlich festgelegten Lenk-
und Ruhezeiten verstoßen. In weiteren vier Fällen wurde gegen die
Genehmigungsvorschriften im gewerblichen Personenverkehr verstoßen.
Im Rahmen der Fahrgastrüberprüfung konnte eine Person festgenommen
werden. Gegen den Mann bestanden zwei Vollstreckungshaftbefehle wegen
Betruges und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Zudem hatte er noch eine hohe
Steuerschuld offen. Da der Mann die geforderten 3.350 Euro nicht
zahlen konnte, wurde er in die Justizvollzugsanstalt eingeliefert.
Eine Frau, die zur Abschiebung ausgeschrieben war, wurde nach
Rücksprache mit der Ausländerbehörde entlassen. Sie befand sich in
einem Bus auf dem Weg in ihr Heimatland.
Bei drei Bussen musste die Weiterfahrt aufgrund von gravierenden
Mängeln untersagt werden. Ein Bus konnte vor Ort repariert werden,
die beiden anderen mussten in eine geeignete Werkstatt überführt
werden.
Bei einem Bus, der auf dem Weg von Barcelona nach Frankfurt war,
konnten gleich mehrere Mängel festgestellt werden. "Dieser Bus muss
stehen bleiben", so der Kfz-Schverständige Werner Knopp, als er einen
Blick auf die Bremsscheiben warf. An beiden Vorderreifen konnte er
komplett gerissene Bremsscheiben feststellen. Ferner fehlte eine
Batterieabdeckung. Ohne diese Abdeckung ist eine Kurzschluss und eine
damit verbundene Brandgefahr nicht auszuschließen. Beim Fahrer wurde
ein Verstoß gegen die Sozialvorschriften festgestellt. Er hatte die
Lenk- und Ruhezeiten nicht eingehalten. Schlecht für die Fahrgäste.
Diese mussten gut zwei Stunden warten bis ein Ersatzbus kam und sie
ihre Reise fortsetzen konnten.
Ein Reisebus aus Rumänien hatte einen komplett abgefahrenen
Reifen. Ferner war die Deichsel seines Anhängers so verbogen, dass
die Bremsen beeinträchtigt waren. Bei einem weiteren Bus wurde
ebenfalls eine fehlende Batterieabdeckung festgestellt. Nachdem der
Fahrer diese besorgt hatte, konnte er seine Fahrt fortsetzen.
Neben den verschiedenen Anzeigen wurden durch die Beamte
Geldbeträge in Höhe von 1.395,- Euro zur Sicherung des
Bußgeldverfahrens einbehalten.
Anzumerken ist noch, dass das Alter und Aussehen der Busse nichts
über den tatsächlichen Zustand aussagten. So war zum Beispiel ein
älterer Bus mit einer bosnischen Zulassung komplett überholt. An ihm
gab es nichts auszusetzen. Der beanstandete Reisebus aus Spanien
wirkte auf den Laien dagegen neu und makellos.
"Im Ergebnis zeigt sich die dringende Notwendigkeit der
Kontrollen. Von 19 Bussen waren nur drei ohne Beanstandungen", so
Polizeihauptkommissar Ernst Gärtner, Leiter der Kontrollstelle.
Im Rahmen der Sicherheitskooperation der Länder werden die
Kontrollen auch in Zukunft fortgesetzt.
ots Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen
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Datum: 16.05.2012 - 14:40 Uhr
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