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26.04.2018

26.04.18: Welttag des geistigen Eigentums
Zoll zieht Fälschungen für 200 Mio. Euro aus dem Verkehr


Am 17. April hat der Bundesminister der Finanzen Olaf Scholz in
Berlin im Rahmen der bundesweiten Jahresbilanz-Pressekonferenz des
Zolls auch die aktuellen Ergebnisse bei der Bekämpfung der Marken-
und Produktpiraterie vorgestellt.

Danach wurden 2017 vom Zoll gefälschte Produkte mit einem
Gesamtwert von 196 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen - knapp 10
% mehr als im Vorjahr. In mehr als 21.500 Fällen wurden insgesamt
rund 3,3 Millionen gefälschte Produkte aufgegriffen. Der anhaltende
Trend zum Internethandel spiegelt sich dabei auch in der Anzahl der
Aufgriffe wider, die im Post-, Eil- und Luftfrachtverkehr
stattfanden. Dabei ist ebenfalls festzustellen, dass zunehmend auch
hochpreisige Artikel des Luxussegments über das Internet verkauft
werden. Weit über 60 % aller aufgegriffenen Produkte kamen wie in den
vergangenen Jahren aus China und Hongkong. Ein Großteil der
Fälschungen betraf auch im Jahr 2017 wieder den Bereich der
Markenrechtsverletzungen, gefolgt von Verletzungen von Designrechten.

Im Prinzip wird grundsätzlich fast jede Ware gefälscht, für die es
eine entsprechende Nachfrage gibt und die den Fälschern somit einen
wirtschaftlichen Gewinn verspricht. Neben den Klassikern Bekleidung,
Schuhe und Modeaccessoires waren das im vergangenen Jahr unter
anderem auch wieder Medikamente, Spielzeug und elektrische Geräte.
Hier kam, wegen der letztlich nicht nachvollziehbaren Herkunft der
Waren, die meist in einem nicht kontrollierten Produktionsprozess
hergestellt wurden, auch noch der Aspekt einer potentiellen Gefahr
für Gesundheit und Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher
ins Spiel. Das gilt nicht zuletzt auch für die mit der Herstellung
dieser Fälschungen beschäftigten Menschen.

Vizepräsident der Generalzolldirektion, Hans Josef Haas, stellt


fest: "Der Zoll bekämpft diese grenzüberschreitende besondere Form
der Wirtschaftskriminalität im engen Schulterschluss mit den
Markenrechtsinhabern. Nur gemeinsam haben wir die nötige Schlagkraft
und das Know-how um diesem globalisierten Wettbewerb und Handel der
illegalen Machenschaften erfolgreich entgegen wirken zu können - und
Verbraucher und Wirtschaft zu schützen".

Dass auch beim Hauptzollamt Krefeld das Engagement gegen Produkt-
und Markenpiraterie Erfolge zeigt, belegen die Auswertungen und die
gute Bilanz des Jahres 2017. Die Zöllnerinnen und Zöllner der vier
zum Hauptzollamt Krefeld gehörenden Zollämter Krefeld-Uerdingen,
Neuss, Mönchengladbach und Nettetal-Schwanenhaus zogen 2017 allein
durch Überprüfungen des Postversands aus Drittländern über 8500
Markenfälschungen mit einem Warenwert von 1,1 Millionen Euro aus dem
Verkehr. Eine einundzwanzigprozentige Steigerung gegenüber 2016.
Spitzenreiter der Herkunftsländer war mit 65,9 % China. Dass nicht
nur Massenprodukte gefälscht werden, belegt die Beschlagnahme einer
Les Paul Custom Gitarre der Firma Gibson beim Zollamt
Mönchengladbach. Den erfolgreichen Klassiker unter den Gitarren mit
einem Originalwert von mindestens 3500 Euro deklarierte der Anmelder
in den Zollpapieren nicht einmal mit 180 Euro.

Der Erfolg des Wirtschaftsstandorts Deutschland beruht zu einem
nicht unerheblichen Anteil auf Produktinnovationen und
Spitzentechnologie. Deshalb ist Deutschland von den Folgen der
Produkt- und Markenpiraterie besonders betroffen. Schätzungen gehen
davon aus, dass Plagiate weltweit jährlich einen Schaden von mehreren
Milliarden Euro verursachen und Zehntausende von Arbeitsplätzen
vernichten. Beim Kauf von Produkten im Internet rät der Zoll daher zu
besonderer Vorsicht. Das Abbilden von Originalprodukten oder ein nur
geringfügig reduzierter Kaufpreis sind kein Garant für den Kauf eines
Originals. Es empfiehlt sich auch, auf der Internetseite des
Anbieters auf ein fehlendes Impressums und das Vorhandensein von
Schreib- oder Übersetzungsfehlern bei der Produktbeschreibung zu
achten. Eine Statistik zum Gewerblichen Rechtsschutz 2017 finden Sie
hier:

http://www.zoll.de/DE/Service/Publikationen/Broschueren/statistike
n.html?nn=19350




Rückfragen bitte an:

Hauptzollamt Krefeld
Pressesprecher
Rainer Wanzke
Telefon: 02151-850288
E-Mail: presse.hza-krefeld@zoll.bund.de
www.zoll.de

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