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Pia Donkel spielt "Nelli auf Abwegen"

Die Puppenbühne der Polizei zu Gast in Birresborn

01.04.2019 - 12:37 | 2106518



(ots) -
Ungeduldig stehen die Birresborner Vorschulkinder vor der Tür der
Turnhalle des Kindergartens. Eine Mutter hält ihre beiden Kinder im
Arm. "Seid ihr auch gespannt?", fragt sie die zwei. Ein klares "Ja"
ist die Antwort. Die Aufregung ist groß, denn heute ist die
Puppenbühne der Polizei zu Gast. Ihr Publikum: 23 Vorschulkinder der
Kindertagesstätte Birresborn mit ihren Erzieherinnen Karina Jung und
Maria Hero sowie fünf Vorschulkinder des Kindergartens Densborn mit
ihrer Erzieherin Jessika Thewes und Eltern. Die Vorschulkinder werden
ab Sommer die Grundschule in Birresborn besuchen. Pia Donkel,
Sachbearbeiterin Prävention mit Schwerpunkt Puppenspiel der Polizei
Trier, begrüßt Erzieherinnen, Eltern und Kinder mit einem Lied. Als
alle einen Platz gefunden haben, läuft sie in den Raum hinein, stürzt
sich auf den Boden und weint. Das Stück, das heute Premiere feiert,
heißt "Nelli auf Abwegen".

In ihrer Rolle als sechsjährige Nelli hat sie einen "oberdollen
Mist" gebaut. Das erzählt sie dem Feenmädchen Viska, das 256 Jahre
alt ist und in einem Koffer wohnt. Viska besitzt die einmalige
Fähigkeit, zu riechen, wenn jemand traurig ist. Dann wacht sie auf.
Und sie hat die Traurigkeit von Nelli gerochen. Neli traut sich nun
nicht mehr nach Hause, weil sie Angst hat, dass ihre Mutter
"riesensauer" sein könnte. Denn sie hat beim Spielen mit ihrem besten
Freund Jakob die Zeit vergessen. Plötzlich fällt ihr ein, dass ihre
Mutter mit dem Essen auf sie wartet. Doch ihre Mutter ist nicht mehr
zu Hause. Auf der Suche nach ihr, rennt Nelli blindlings über eine
viel befahrene Straße. Ein Autofahrer kann gerade noch so bremsen.
Auch deshalb hat sie ein schlechtes Gewissen. Nelli hat keine Ahnung,
wo ihre Mutter sein könnte. "Vielleicht ist sie einem Regenbogen
gefolgt oder auf einem Einhorn ins Reich der Elfen geflogen", meint


Viska. Aber das kommt für Nelli nicht in Frage. "Halt, sie macht sich
bestimmt Sorgen um dich, ehrlichwahr", fällt Viska ein. Schließlich
kommen die beiden Mädchen auf die Idee, die Polizei unter 110
anzurufen, damit sie ihr hilft. Das klappt, Nelli findet ihre Mutter
wieder. Und das Feenmädchen Viska? Viska ist müde und zieht sich in
ihren Koffer zurück zum Schlafen, bis sie ein anderes Kind weckt,
"damit Traurigkeit zurück zu Glück werden kann."

Pia Donkel (38) spielt alle Charaktere selbst, wechselt die
Stimmlage und Mimik. Nach dem Stück reflektiert sie gemeinsam mit den
Kindern - die Eltern werden nach Hause geschickt - was da
schiefgelaufen ist: Nelli hat vergessen, ihrer Mutter Bescheid zu
sagen, dass sie mit Jakob zum Spielen geht. Sie hat an der Straße
vergessen, erst nach den Autos zu schauen. Und hat vergessen, wie sie
Hilfe holen kann. Die Kinder stellen unter Anleitung der
Theaterpädagogin die Situationen nach. "Bescheid zu sagen ist auch
deshalb so wichtig, weil es vor sexuellen Übergriffen schützen kann",
sagt die 38-Jährige, "wenn die Eltern wissen, wo ihre Kinder sind.
Denn ein hoher Prozentsatz der Übergriffe spielen sich im sozialen
Nahbereich ab."

Die Kinder üben richtiges Verhalten im Straßenverkehr und das
Anrufen bei der Polizei. "Das Theaterstück ist Teil unseres Projektes
zu Verkehrssicherheit und Erster Hilfe", erzählt Erzieherin Karina
Jung, die das Projekt gemeinsam mit ihrer Kollegin Maria Hero leitet.
"Wir werden die Übungen in unseren Gruppen auch noch vertiefen", sagt
die Erzieherin. Bereits eine Woche zuvor war Verkehrspolizistin
Natascha Raab-Sauer bei den Kindern, die mit ihnen das Thema
Sicherheit im Straßenverkehr besprochen hat. Nun werden noch vier
weitere Termine zum Thema Erste Hilfe mit dem Deutschen Kreuz folgen,
um das Projekt abzuschließen. "Den Kindern hat das Theaterstück
richtig gut gefallen", resümiert Karina Jung. "Alle waren
begeistert."

Wenn ein Kindergarten Interesse an einer Veranstaltung hat, kann
er sich unter folgender E-Mail-Adresse anmelden:
pptrier.puppenbuehne(at)polizei.rlp.de

Interview Drei Fragen an Pia Donkel

Wie sind Sie auf die Idee für das Stück gekommen? "Ich habe mir
Viska kurz vor Weihnachten ausgedacht. Viska ist isländisch und
bedeutet übersetzt 'Weisheit'. Die Puppe hat Maarit Kreuzinger aus
Berlin nach meinen Vorstellungen gebaut. Ende Januar kam die
Geschichte dazu in meinen Kopf. Im Februar habe ich das Stück
geschrieben und geprobt."

Haben Sie vor Publikum geprobt? "Ich habe Texte an Freunde
geschickt und auch alte Kontakte vom Theater genutzt. Reinhold Knauf,
der zuvor als Polizist mit der Puppenbühne unterwegs war, hat mit mir
geprobt und Tipps gegeben. Das hat mir sehr geholfen."

Was zeichnet Ihr Stück aus? "Ich liebe es, offen zu spielen.
Vorher war die Bühne ein Guckkasten. Bei meinem Stück steige ich
direkt in die Szene ein und spiele alle Charaktere selbst. Das ist
wahnsinnig anstrengend und macht zugleich aber auch wahnsinnig viel
Spaß. "

Infokasten Zur Person Pia Donkel (38) ist seit November beim
Polizeipräsidium Trier als Sachbearbeiterin Prävention mit
Schwerpunkt Puppenspiel beschäftigt. Hier ist sie im Beratungszentrum
der Polizei zu finden. Zuvor hat sie am Theater als Tanzdramaturgin,
Regieassistentin und Regisseurin gearbeitet und "mehr inszeniert als
selbst gespielt", wie sie sagt. Neben der Ausbildung zur
Theaterpädagogin hat sie auch eine Ausbildung zur Erzieherin
absolviert. Gemeinsam mit ihrer Tochter (4) wohnt sie in ihrem
Heimatort Wincheringen. Das Stück "Nelli auf Abwegen" wird nicht ihr
einziges Stück bleiben, "als nächstes arbeite ich an einem Stück für
die dritten und vierten Klassen", sagt die 38-Jährige.




Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Trier

Telefon: 0651-9779-0
E-Mail: pptrier.presse(at)polizei.rlp.de
www.polizei.rlp.de/pp.trier

Pressemeldungen der Polizei Rheinland-Pfalz sind unter Nennung der
Quelle zur Veröffentlichung frei.

Original-Content von: Polizeipräsidium Trier, übermittelt durch news aktuell
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Stadt: Trier

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