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Kreispolizeibehörde Gütersloh präsentiert innovative Projekte auf dem 24. Deutschen Präventionstag in Berlin

18.05.2019 - 10:00 | 2130457



(ots) - Kreis Gütersloh (GB) - Der 24. Deutsche
Präventionstag findet am 20. und 21. Mai im Estrel Congress-Center in
Berlin statt - eröffnet wird der diesjährige Kongress durch die
Schirmherrin, Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey. Die
Kreispolizeibehörde Gütersloh präsentiert als eine von insgesamt 180
Institutionen kriminalpräventive Projekte.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
fördert den Deutschen Präventionstag 2019 fachlich durch ein eigenes
Forum und finanziell durch Mittel aus dem Bundesprogramm "Demokratie
leben!".

Der Deutsche Präventionstag ist der größte europäische Kongress
speziell für das Arbeitsgebiet der Kriminalprävention sowie
angrenzender Präventionsbereiche. Es werden mehrere tausend Gäste,
haupt- oder ehrenamtlich tätige Verantwortungsträger aus Praxis,
Forschung und Politik erwartet. Der Jahreskongress 2019 wird sich mit
der gesamten Breite der Kriminalprävention und verwandter Bereiche
beschäftigen und im Schwerpunkt auch mit den Themen Extremismus,
Radikalisierung sowie politisch motivierte Gewalt und
Hasskriminalität.

Auf dem Informationsstand der Kreispolizeibehörde Gütersloh
stellen Marco Hein und Torsten Lindahl das Projekt "Storytelling -
Literarische Kriminalprävention - Gütersloher Model" vor. Die
Grundidee des Projektes ist, polizeiliche Verhaltensempfehlungen zum
Schutz vor Kriminalität und Radikalisierung in unterhaltsamen und
berührenden Kurzgeschichten und Hörspielen zu vermitteln. Durch die
Methode des sog. "Storytelling" werden die enthaltenen Empfehlungen
leichter aufgenommen und wirken im Unterbewusstsein weiter. Dies
erhöht die Chance einer Sensibilisierung und Verhaltensänderung. Die
erzählten Geschichten handeln von Straftaten gegen Senioren und
politischem Extremismus. Die Geschichten sind in einem


Gemeinschaftsprojekt der Kreispolizeibehörde Gütersloh und dem
Literaturinstitut der Universität Hildesheim entstanden. Sie wurden
von Studierenden des Studiengangs "Kreatives Schreiben" erstellt.
Dirk Heinrichs (Schauspieler und Präventionsexperte) unterstützt das
Projekt, indem er sich als Sprecher für die daraus entwickelten
Hörbücher ehrenamtlich zur Verfügung stellt. Die Hörbücher und Texte
können unter: https://guetersloh.polizei.nrw heruntergeladen werden.
Die Vervielfältigung und Verbreitung der Geschichten als Text oder
Hörbuch ist ausdrücklich erwünscht und bedarf keiner weiteren
Zustimmung der Rechteinhaber.

Das "Orientierungssystem für Einsatz- und Rettungskräfte nach
Gütersloher Modell" ist ein weiteres der auf dem Deutschen
Präventionstag von der Polizei Gütersloh präsentierten Projekte.
Kriminalhauptkommissar Guido Baratella informiert über das im Kreis
Gütersloh verbreitete und 2014 mit dem "Landespreis für Innere
Sicherheit NRW" ausgezeichnete Orientierungssystem. Der Erfolg der
Einsätze von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdiensten an Schulen oder
öffentlichen Einrichtungen hängt wesentlich davon ab, wie schnell
Täter, Verletzte und Gefahren lokalisiert werden können.
Unübersichtliche Einrichtungen erfordern standardisierte
Kennzeichnungen von Gebäuden, Eingängen, Treppen und Notausgängen. Im
Kreis Gütersloh wurde in einer Kooperation von Polizei, Feuerwehr und
Kreisverwaltung daher bereits 2009 ein einheitliches
Orientierungssystem entwickelt. Der Kreis Gütersloh und seine
Gemeinden als Schulträger sorgen seitdem für "Mehr Sicherheit durch
Orientierung" - durch Minimierung eines zeitlichen Verzuges bei der
Orientierung von Einsatzkräften in unbekannten Objekten wird
wertvolle Zeit für die Rettung von Opfern gewonnen. Nach der bereits
flächendeckenden Ausstattung von weiterführenden Schulen und
Bildungseinrichtungen im Kreis Gütersloh verlagert sich das Interesse
nun zunehmend auf andere gefährdete öffentliche
Verwaltungseinrichtungen.

Weiterhin wird durch Guido Baratella das Projekt "Das sichere Amt"
vorgestellt. Dieses Projekt beschäftigt sich mit einer ganzheitlichen
Sicherheitsempfehlung für öffentliche Verwaltungen. Unter den
Aspekten Einbruchschutz, Brandschutz und anderen Straftaten wie z.B.
Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit oder das Leben der
Mitarbeiter wird eine Schwachstellenanalyse einer Einrichtung
gefertigt. Auch Arbeitsabläufe, Notfallmanagement und
Alarmierungssysteme liegen im Fokus. Ebenso wird die Lage des
jeweiligen Objektes einbezogen, um z.B. mit Kraftfahrzeugen
ausgeführte Straftaten zu verhindern. Das Projekt entstand nach einem
Angriff auf Sachbearbeiter der Kreisverwaltung Gütersloh, die von
einem Täter mit einem Messer schwer verletzt wurden.

Am selben Ausstellungsstand (1055) informiert
Kriminaloberkommissar Marco Hein (ebenfalls aus dem KK
Kriminalprävention/Opferschutz der KPB Gütersloh) über das Projekt
"MERKwürdig! Gedächtnistraining zur Kriminalprävention - Gütersloher
Modell". In diesem Projekt von Deutschem Roten Kreuz, dem
Bundesverband Gedächtnistraining e.V. und Polizei Gütersloh wurden
kriminalpräventive Inhalte erstmalig mit dem Gedächtnistraining
verknüpft. Es wurde eine Manual erstellt, das die Kreispolizeibehörde
Gütersloh interessierten Gedächtnistrainer/innen kostenlos zur
Verfügung stellt. Darüber hinaus werden inzwischen sowohl beim
Bundesverband für Gedächtnistraining e.V. als auch bei einigen
Landesverbänden des Deutschen Roten Kreuzes bundesweit Fortbildungen
für Gedächtnistrainer/innen und Mitarbeitende in der Seniorenarbeit
zu diesem Thema angeboten.

Außerdem gibt es dort Informationen zum Projekt
"Geldübergabeumschlag zur Telefonbetrugsprävention" der Telefonbetrug
verhindern soll. Leider gelingt es den Tätern, die Opfer durch
konkrete Handlungsanweisungen so zu instruieren, dass den
Bankmitarbeiter keine Anhaltspunkte für eine bevorstehende Straftat
mitgeteilt werden. Dies ist insbesondere bei den Betrugsvarianten
"Falsche Polizeibeamte" und "Enkeltrick" der Fall. Aus diesem Grund
hat das Kriminalkommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz
der Polizei Gütersloh einen Briefumschlag gegen Telefonbetrüger
gestaltet. Auf diesem befinden sich konkrete Handlungsanweisungen für
potentielle Opfer. Er ist so strukturiert, dass er die gängigen
Betrugsvarianten (Enkeltrickbetrug, Gewinnversprechen am Telefon,
Schockanrufe und falsche Polizeibeamte) berücksichtigt. Er ist auf
der Vorderseite mit zielführenden Fragen bedruckt. Auf der Rückseite,
also dort wo der Umschlag geöffnet wird, ist die Aufschrift "Vorsicht
Betrugsgefahr! Wenn Sie zwei oder mehr Fragen mit "Ja" beantworten,
will ein Betrüger ihr Geld! >>>110 wählen!<<<" aufgedruckt. Dieser
Umschlag - der bereits kreisweit von der Volksbank
Bielefeld-Gütersloh e.g. eingesetzt wird - soll dort wirken, wo die
Opfer von den Tätern so angeleitet wurden, dass die Bankmitarbeiter
keinen Verdacht schöpfen (können) und deshalb auch nicht wie sonst
üblich die Polizei informieren. Die KPB Gütersloh präsentiert
weiterhin durch Kriminaloberkommissar Torsten Lindahl das Projekt
"Prävention beginnt bei Gelb!", ein Projekt zur Früherkennung
islamistischer Radikalisierung. Das Projektzielt ist, möglichst viele
Menschen für das Thema "gewaltbereiter Salafismus" zu sensibilisieren
und einen polizeilichen Ansprechpartner für Fragen dazu oder für
Fälle verdächtiger Beobachtungen anzubieten. Solche Beobachtungen
werden in einem persönlichen Gespräch erörtert, um möglichst viele
Informationen zu sammeln. Daraufhin ist eine Einschätzung der
gemachten Beobachtungen möglich, um zu unterscheiden, ob es sich um
Anzeichen einer Radikalisierung handelt oder um normale
Glaubensauslebung. Auf diese Weise können schon im Vorfeld
Missverständnisse oder Vorurteile ausgeräumt und einer
Stigmatisierung vorgebeugt werden. Als Kooperationspartner
unterstützt das Schweizerische Institut für Gewalteinschätzung (SifG)
das Projekt mit einer computergestützten Methode, die radikale
Tendenzen erkennbar macht. Die Tendenzen des Radikalisierungsgrads
werden dabei in den Ampelfarben Rot-Gelb-Grün angezeigt. Gelb
bedeutet, dass präventive Maßnahmen eine Radikalisierung stoppen
können. Daher auch der Name des Projekts.

Ebenfalls an diesem Ausstellungsstand wird der diebstahlshemmende
Gütersloher Fahrrad- und Rollatorkorbdeckel (Gütersloher RKD)
vorgestellt, den der Kriminologe und Polizeiwissenschaftler Marco
Hein erfunden hat. In dem Projekt "Klappe zu - Tasche sicher" gelang
es mit Hilfe der Anti-Rost-Initiative Gütersloh e.V., die als
Ratgeber fungierte, einen Hersteller für die ersten Prototypen zu
finden, ehe der Gewaltopferverein WEISSER RING als
Kooperationspartner gewonnen werden konnte. Dieser unterstützte das
Projekt sowohl in materieller Hinsicht als auch personell durch
Ulrich Deppe und Norbert Legewie entscheidend. Diesen gelang es, den
Wertkreis Gütersloh als Hersteller und das Sanitätshaus Mitschke als
bundesweiten Vertriebspartner (www.mitschke24.de) zu gewinnen. Der
Gütersloher RKD schützt somit nun bundesweit Nutzer und Nutzerinnen
von Rollatoren vor (Taschen-) Dieben.




Rückfragen von Medienvertretern bitte an:

Polizei Gütersloh
Pressestelle Polizei Gütersloh
Telefon: 05241 869 0
E-Mail: pressestelle.guetersloh(at)polizei.nrw.de
Internet: https://guetersloh.polizei.nrw/
Twitter: https://twitter.com/polizei_nw_gt
Facebook: https://www.facebook.com/polizei.nrw.gt/

Original-Content von: Polizei Gütersloh, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zur Pressemeldung:
https://http://

2130457

Kontakt-Informationen:
Firma: Polizei G

Ansprechpartner: POL-GT
Stadt: Gütersloh

Keywords (optional):
polizei, kriminalit-aet,

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