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Gemeinsame Pressemitteilung +++

"Kein Platz für Mobbing in der Schule" - Schulbehörden und LKA wollen konsequent gegen Mobbing und Cybermobbing vorgehen

18.09.2019 - 11:20 | 2210570



(ots) - Das Land Niedersachsen wird noch konsequenter
gegen Mobbing und insbesondere Cybermobbing an Schulen vorgehen. Das
haben der zuständige Abteilungsleiter im Kultusministerium Jan ter
Horst - der Kultus-Staatssekretärin Gaby Willamowius kurzfristig
vertrat - und der Präsident des Landeskriminalamtes Niedersachsen
Friedo de Vries heute im Rahmen einer Veranstaltung in Hannover
übereinstimmend verdeutlicht. "Mobbing und Cybermobbing dürfen in der
Schule keinen Platz haben. In keiner Schule! Alle Beteiligten sind
aufgefordert sich diesem Phänomen konsequent entgegenzustellen. Es
geht um eine Haltung in unseren Schulen, die Mobbing und Cybermobbing
im Sinne einer Null-Toleranz-Haltung scharf verurteilt. Jedes Kind
soll gerne und ohne Angst in die Schule gehen", so ter Horst zur
Eröffnung des Fachtags "Mobbing/Cybermobbing: Demütigend, verletzend,
entwürdigend...", der gemeinsam von Niedersächsischer
Landesschulbehörde, dem Landeskriminalamt und dem Kompetenzzentrum
für Lehrerfortbildung in Hannover (uniplus) durchgeführt wird.

Schulbehörden und Polizei in Niedersachsen arbeiten eng zusammen,
um Mobbing unter Schülerinnen und Schülern wirksam zu begegnen. So
wurde im Jahre 2016 der Erlass "Sicherheits- und
Gewaltpräventionsmaßahmen in Schulen in Zusammenarbeit mit Polizei
und Staatsanwaltschaft" aktualisiert, um einerseits die Schulen auf
die Zusammenarbeit mit der Polizei und der Staatsanwaltschaft zu
fokussieren, damit die Straftaten, die auch in Zusammenhang mit
Mobbing geschehen, unverzüglich geahndet werden. Der Erlass
verpflichtet Schulen aber auch, ein Präventionskonzept zu erarbeiten
und permanent zu aktualisieren, um mit geeigneten Maßnahmen,
Projekten und Programmen die sozialen und Lebenskompetenzen der
Schülerinnen und Schüler aufzubauen, denn gesamtgesellschaftlich sind


diese sozialen Kompetenzen mindestens genauso wichtig wie kognitive
Kompetenzen.

"Cybermobbing ist nicht nur feige, sondern auch mit Blick auf die
Folgen nicht hinzunehmen. Wir müssen sensibel sein für die Gefahren
und das Leid im Zusammenhang mit Mobbing. Um Opfer zu schützen und
Täter zu stoppen. Unsere heutige Fachtagung zeigt die enge
Kooperation zwischen der Landeschulbehörde und dem LKA und ist
Ausdruck unseres gemeinsamen Vorgehens in der Sache. Auch mit Blick
auf ein großes Dunkelfeld teilen wir unsere Expertise und bündeln
unsere Anstrengungen im Kampf gegen Cybermobbing", so LKA-Präsident
Friedo de Vries.

Mit Impulsvorträgen und in Workshops setzen sich rund 200
Präventionsfachkräfte aus Polizei sowie Schulleitungen und
Mobbing-Interventions-Teams, Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter
sowie Beratungslehrkräfte mit aktuellen Entwicklungen aus den rund um
die Problemfelder Mobbing und Cybermobbing auseinander. Sexting und
religiöses Mobbing werden dabei ebenso erörtert wie Mobbing im
Kontext sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität.

Explizit zum Themenfeld Mobbing stellt das Landesprogramm
"Mobbing-Interventions-Team in der Schule" ein bewährtes Angebot dar,
betonte ter Horst für das Niedersächsische Kultusministerium.
"Inzwischen haben über 500 Schulen ein entsprechendes
Mobbing-Interventions-Team installiert. Damit haben sehr viele
Schulen eine hohe Kompetenz erworben, um qualifiziert auf
Mobbingvorfälle zu reagieren und den betroffenen Schülerinnen und
Schülern schnellstmögliche Unterstützung zukommen zu lassen. Hier
bleiben wir aber nicht stehen, die MIT-Qualifizierungsmaßnahme soll
im Jahr 2020 weiterentwickelt werden, damit die Lehrkräfte aus den
Mobbing-Interventions-Teams das Thema Cybermobbing noch besser
bearbeiten können", kündigte ter Horst an.

Hintergrund: Mobbing ist Gewalt an einer Person innerhalb ihrer
sozialen Bezugsgruppe und zwar über einen längeren Zeitraum. Mobbing
entsteht und verfestigt sich, wenn die sozialen Normen und Werte der
Gruppe in Schieflage geraten. Bei Mobbing geht es nicht um
alltägliche Streitereien zwischen Schülerinnen und Schülern, sondern
um dauerhaftes und systematisches Ausgrenzen, verbale, physische,
digitale oder non-verbale negative Handlungen. Mit der "JIM-Studie"
(Jugend-Information-Medien) des Medienpädagogischen
Forschungsverbundes Südwest ist 2018 eine repräsentative Studie auf
Bundesebene vorgelegt worden, die Daten zur Häufigkeit von
Cybermobbing bereitstellt.

Im Rahmen der JIM-Studie wird seit 1998 jährlich der Umgang von
12- bis 19-Jährigen mit Medien repräsentativ abgebildet. Hierbei wird
seit mehreren Jahren auch nach dem Thema Cybermobbing gefragt. In der
Altersgruppe der 12- bis 19-Jährigen geben 37 % an, dass im
Bekanntenkreis schon einmal jemand im Internet oder per Handy "fertig
gemacht" wurde. Mädchen haben dies mit 42 % schon häufiger
mitbekommen als Jungen, hier sind es 31 %. Je älter die Jugendlichen
sind, desto höher ist der Anteil derer, die schon von so einem Fall
betroffen waren. An Gymnasien sind mit 33 % weniger Jugendliche von
dieser Problematik betroffen als bei den Schultypen
Real-/Hauptschule, hier sind es 45 %.




Rückfragen bitte an:

Niedersächsisches Kultusministerium
Sebastian Schumacher
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 511 120-7148
Mobil: +49 152 09013470
E-Mail: pressestelle(at)mk.niedersachsen.de
www.mk.niedersachsen.de

oder

Landeskriminalamt Niedersachsen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 511 26262-6303
E-Mail: pressestelle(at)lka.polizei.niedersachsen.de
www.LKA.Niedersachsen.de

Original-Content von: Landeskriminalamt Niedersachsen, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zur Pressemeldung:
https://http://

2210570

Kontakt-Informationen:
Firma: Landeskriminalamt Niedersachsen

Ansprechpartner: LKA-NI
Stadt: Hannover

Keywords (optional):
polizei, kriminalit-aet,

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