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Großfeuer in Sperrmüllsortieranlage - Abschlussmeldung

ID: 237916

(ots) - Nachdem Mitarbeiter heute Morgen gegen 09:40 Uhr
eine Rauchentwicklung aus einer Betriebshalle des Umweltservice Nord
in Hohenlockstedt bemerkten, begann für die Einsatzkräfte einer der
aufwändigsten Einsätze der letzten Jahre.

Großfeuer vernichtet Sperrmüllsortierhalle Nach der Alarmierung
der Einsatzkräfte unternahmen die Mitarbeiter erste Löschversuche,
die jedoch erfolglos blieben. Nach Eintreffen der Gemeindefeuerwehr
Hohenlockstedt mit ihren vier Ortsfeuerwehren ließ Einsatzleiter Maik
Lüdtke, der in den ersten Stunden den Einsatz leitete, die
Freiwillige Feuerwehr Hohenaspe zur Unterstützung mit weiteren
Atemschutzgeräteträgern nachalarmieren. Im Zuge des Brandes und der
damit verbundenen außerordentlich starken Rauchentwicklung konnte
nicht ausgeschlossen werden, dass gesundheitsschädliche Gase
entstehen und letztendlich in Richtung der nächsten Ortschaft ziehen,
auch wenn das Gebiet um die Sortierhalle und den Flugplatz Hungriger
Wolf dünn besiedelt ist. Um etwaige Messungen durchführen zu können
wurden die Löschzüge-Gefahrgut der Kreise Steinburg und Pinneberg
alarmiert. In dem direkten Umfeld der Anlage konnten diese mit Hilfe
der Messtechnik der zwei ABC-Erkundungskraftwagen eine erhöhte
Blausäurebelastung messen, die jedoch außerhalb des Betriebsgeländes
nicht mehr feststellbar war. Messungen auf dem Flugplatzgelände und
in der Gemeinde Hohenaspe bestätigen dies. Trotzdem wurde die
Bevölkerung vorsorglich durch Rundfunk- und Lautsprecherdurchsagen
aufgefordert Fenster und Türen geschlossen zu halten. Neben der
Durchführung umfangreicher Messungen, stellte der LZ-G Steinburg
Dekonmaßnahmen im Rahmen der Einsatzstellenhygiene zur Verfügung.

Um den Brandherd zu erreichen wurde unterdessen begonnen die Halle
mittels eines Radladers zu räumen und den brennenden Sperrmüll




außerhalb der Halle abzulöschen. Das konnte jedoch nicht verhindern,
dass sich der Brand weiter in den insgesamt ca. 150-200 Tonnen
Sperrmüll, die in der 100x50m großen Halle lagerten, ausbreitete. Der
steigende Bedarf an Löschmittel stellte die Einsatzleitung zunehmend
vor ein Problem. Zum Aufbau weiterer Wasserversorgung wurde
veranlasst, dass weitere Kräfte darunter auch die
Feuerwehrbereitschaft des Kreises Steinburg, deren Eingreifen nicht
mehr erforderlich war, alarmiert werden, die schließlich zwei
Schlauchleitungen mit je einer Länge von 800 Metern vom Gelände des
Flugplatzes Hungriger Wolf zur Brandstelle verlegt haben. Um den
Zeitraum zwischen Alarmierung und bestehender Löschwasserversorgung
vom Flugplatz zu überbrücken, wurde mit mehreren Tanklöschfahrzeugen
ein Pendelverkehr eingerichtet, in den unter anderem auch Fahrzeuge
von Freiwilligen Feuerwehren aus den Kreisen Pinneberg sowie
Rendsburg-Eckernförde eingebunden waren. Diese Feuerwehren
unterstützten zusätzlich mit Atemschutzgeräteträgern sowie
Schaumlöschmittel. Von der Technik- und Umweltwache der
Berufsfeuerwehr Hamburg wurde ein Wechselladerfahrzeug mit
zusätzlichem Netzmittel angefordert. Aufgrund der Bauart der
Sortierhalle wurde ein Statiker zur Einsatzstelle gerufen, der eine
Gefahr für die Einsatzkräfte frühzeitig erkennen sollte. Die
Einsatzstelle wurde somit zusehend unübersichtlicher, so dass gegen
12:55 Uhr die Technische Einsatzleitung des Kreises Steinburg mit dem
Einsatzleitwagen 2 zur Unterstützung der Einsatzleitung vor Ort
alarmiert wurde. Die Mannschaft der TEL unterstützte mit
umfangreicher Datenerfassung. Die erst kürzlich modernisierte
Ausstattung des Einsatzleitwagen 2 hat sich im Zuge des Einsatzes als
wichtige Stütze herausgestellt.

Ein Durchschlagen der Flammen auf die rückwärtige Sortieranlage
konnte mit Hilfe massiven Wassereinsatzes erfolgreich unterbunden
werden. Das Technische Hilfewerk Ortverband Barmstedt unterstützt die
Einsatzkräfte beim Räumen der Halle.

In den späten Abendstunden konnten erste Kräfte entlassen werden,
die Löscharbeiten werden sich aber noch bis in die Nacht
hineinziehen. Hauptsächlich wird jetzt der letzte Sperrmüll aus der
Halle gefahren und von den Einsatzkräften abgelöscht.

Die Einsatz stellte sich als wirkliche Materialschlacht heraus. Da
ein Arbeiten ohne Atemschutz kaum möglich war, waren insgesamt über
60 Atemschutztrupps eingesetzt. Die Technische Kreisfeuerwehrzentrale
lieferte im Pendelverkehr immer wieder befüllte Atemluftflaschen an
die Einsatzstelle. Insgesamt wurden bisher mindestens 4500 Liter
Schaummittel verbraucht.

Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde
Hohenlockstedt, Wrist, Hohenaspe, Kellinghusen, Itzehoe,
Hohenwestedt, Brunsbüttel, Springhoe-Hohenfiert, Sarlhusen,
Ottenbüttel, Schlotfeld, Elmshorn, Quickborn, Pinneberg, Halstenbek,
Löschzug-Gefahrgut Kreis Steinburg und Pinneberg, Technische
Einsatzleitung Kreis Steinburg, Feuerwehrbereitschaft Kreis
Steinburg, Berufsfeuerwehr Hamburg, Technische Hilfswerk Ortverbände
Barmstedtund Itzehoe sowie diverse Kräfte des Rettungsdienstes und
der Polizei.

Im Verlauf der Nachlöscharbeiten werden die bisherigen
Einsatzkräfte zeitweise durchgetauscht, so dass noch weitere
Feuerwehren an dem Einsatz beteiligt sein werden.




Rückfragen bitte an:

Einsatzleiter
Gemeindewehrführer Feuerwehr Hohenlockstedt
Dieter Schaller

0179/3926982

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Datum: 04.08.2010 - 22:27 Uhr
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