45-jähriger Mann aufgrund Haftbefehl vorläufig festgenommen – Verfolgung durch mehrere Dienstbereiche bis nach Österreich – keine Verletzten – 86-jährige Mutter des Fahrers saß daneben – mehrere Straßensperren durchbrochen
NIEDERBAYERN, 12. APRIL 2011:
Heute gegen 14.30 Uhr versuchte eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Passau den Fahrer eines schwarzen Ford mit deutscher Zulassung im Bereich des "Ilzdurchbruches" in Passau anzuhalten und einer Verkehrskontrolle zu unterziehen. Statt den Anhaltezeichen der Beamten Folge zu leisten, gab der Fahrer Gas und flüchtete auf der B 388 von Passau in Richtung Erlau und weiter nach Obernzell. Zunächst fuhr er noch mit gemäßigter Geschwindigkeit, im Verlauf der Flucht erreichte er jedoch Spitzengeschwindigkeiten außerorts von bis zu 160 km/h und innerorts von nahezu 100 km/h. Streifenbesatzungen der Polizeiinspektion Passau waren dem Flüchtigen auf den Fersen, ebenso wurden Besatzungen umliegender Dienststellen in die Verfolgung eingebunden. Als ein Streifenfahrzeug der Polizeiinspektion Passau einen Überholvorgang einleitete und sich fast neben dem Ford befand, versuchte der 45-jährige Deutsche mit Wohnsitz in Österreich, den Dienstwagen von der Fahrbahn zu drängen.
Eine durch Streifenbesatzungen der Polizeiinspektion Hauzenberg errichtete Straßensperre im Bereich Obernzell umfuhr der Flüchtende mit einem waghalsigen Manöver. Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt und auch Sachschaden konnte vermieden werden. Weitere im Verlauf errichtete Sperren umfuhr der 45-jährige Mann riskant durch gefährliche Ausweichmanöver.
Die Tour ging weiter auf der B 388 Richtung Untergriesbach und dann am "Rannasee" vorbei zur Landesgrenze. Mittlerweile wurden über die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Niederbayern in Straubing die Kollegen im benachbarten Oberösterreich informiert. Diese bezogen Stellung an der Landesgrenze in Kollerschlag und Oberkappel. Auch dort fuhr der Mann ohne Rücksicht und ohne die Anhaltezeichen der Beamten zu beachten, einfach weiter. Im Zuge der grenzüberschreitenden Nacheile setzten Streifen der Polizeiinspektionen Passau und Hauzenberg zusammen mit den benachbarten Kollegen die Verfolgung fort. Im oberösterreichischen Hofkirchen im Mühlkreis wurde erneut eine Straßensperre mit mehreren Dienstfahrzeugen errichtet. Hier fand der "Spuk" sein Ende. Der 45-Jährige hielt sein Fahrzeug vor der Sperre an und ließ sich im Fahrzeug sitzend widerstandslos festnehmen. Unterstützt wurden die benachbarten Kollegen von zwei Streifenbesatzungen aus Passau, die dem Flüchtigen immer noch hinterher eilten.
Am Beifahrersitz befand sich die 86-jährige Mutter des Lenkers, die auch Halterin des Fahrzeugs ist.
Der vorläufig Festgenommene wurde zur Dienststelle nach Lembach verbracht, wo nun entsprechende Ermittlungen in Absprache mit den jeweils zuständigen Behörden sowohl auf deutscher, als auch auf österreichischer Seite getätigt werden.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürfte der 45-Jährige nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis sein. Zudem besteht gegen den amtsbekannten Mann ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Passau wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis. Ein durchgeführter Drogentest verlief positiv, was eine Blutentnahme zur Folge hatte. Hinzu kommen nun Ermittlungsverfahren in Folge der Verfolgungsfahrt, die erst im Zuge der weiteren Ermittlungsarbeit genauer bezeichnet werden können.
Am Rande sei bemerkt, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit problemlos und einwandfrei funktionierte. Außerdem sollte erwähnt werden, dass glücklicherweise bei der gesamten Aktion niemand verletzt wurde und kein nennenswerter Sachschaden entstand ist.
Es wird zu gegebener Zeit nachberichtet.
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